Glanzvoll - das Wort beschreibt nicht nur den Schmuck, den Richemont verkauft, sondern steht diese Woche auch für das Abschneiden der Aktie an der Börse: Plus 6,5 Prozent legen die Titel des Genfer Luxusgüterkonzerns zu und stehen nun bei 138,50 Franken (Stand: Freitagvormittag). Zum Vergleich: Der Swiss Market Index verbesserte sich auf Wochensicht um 2,2 Prozent. Nach oben ging es auch für Lonza (plus 5,7 Prozent) sowie Amrize und Logitech (je plus 4,8 Prozent). Nachgegeben haben derweil Swisscom (minus 2,8 Prozent) und ABB (minus 2,2 Prozent).
Der Glanz von Richemont in dieser Woche verblasst jedoch bei einem Blick auf die längerfristige Performance. Zwischen Anfang Januar und Ende vergangener Woche fielen die Richemont-Valoren um rund 26 Prozent von 176 auf 130 Franken. Dieses Zwischentief haben Anleger offenbar für Zukäufe genutzt. Damit lagen sie durchaus richtig - zumindest wenn es nach dem zuständigen Analysten der Bank of America geht. Am Dienstag hat er die Anlageempfehlung für Richemont auf «Buy» von «Neutral» angehoben. In den Geschäftszahlen des Cartier-Eigentümers sehe der Experte eine schrittweise Verbesserung in den Märkten Chinas und der Vereinigten Staaten, so die Begründung. Damit könnten die Folgen eines kriegsbedingt gedämpften Tourismus im Nahen Osten ausgeglichen werden.
Das Kursziel für Richemont setzt die Bank of America neu bei 175 Franken an. Das sind zwar 15 Franken weniger als bislang, aber 36,50 Franken mehr als der momentane Stand der Aktie. Gemessen daran blicken Anleger, die Richemont gekauft haben, einem rund 26-prozentigen Kursgewinn in den kommenden zwölf Monaten entgegen.
Clariant: Ein Analyst ist unentwegt optimistisch
Ähnlich wie die Aktien von Richemont haben sich diese Woche die Aktien von Clariant erholt. Sie gewinnen 12,3 Prozent und steigen damit auf 7,70 Franken. Zuvor waren sie zwischen Ende Februar und Ende vergangener Woche um gut 19 Prozent auf 6,80 Franken gefallen. Dabei hatte der Spezialchemiekonzern das Jahr 2025 in puncto Umsatz erwartungsgemäss und in puncto operativem Gewinn (Ebidta) über den Analystenprognosen abgeschlossen. Belastet werden die Valoren aber nach wie vor von laufenden Rechtsfällen sowie dem wegen des Nahost-Konflikts für Aktien generell schwierigen Umfeld.
Dass die Titel diese Woche wieder vermehrt gekauft wurden, ist indes erklärbar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 10, die Aktie ist also günstig bewertet. Die Dividendenrendite von 5,4 ist auch durchaus attraktiv. Zudem sind einige Analysten unentwegt optimistisch, etwa der zuständige Experte von BNP Paribas. Er rät seit rund zwei Jahren zum Kauf der Clariant-Aktie und sieht das Kursziel bei 11 Franken. Damit deutet er auf ein 42-prozentiges Gewinnpotenzial hin.
Die meisten Experten stufen Clariant jedoch mit «Hold» ein. Demnach sehen sie keinen Anlass für weitere Zukäufe.

