Die Aktien von Swiss Life und Zurich Insurance trennten sich in der ablaufenden Börsenwoche vom Rest. Bei Swiss Life beträgt das Wochenplus knapp 2,6 Prozent, bei Zurich Insurance beläuft es sich auf gut 1,6 Prozent (Stand: Freitagvormittag). Sie spielten damit ihre defensiven Eigenschaften aus, die gefragt sind, wenn an den Märkten Unsicherheiten herrschen.
Im Gegensatz zu den beiden Finanztiteln hat der Swiss Market Index (SMI) bis Freitagvormittag um fast 2,7 Prozent nachgegeben. Das Umfeld für Aktien war denn auch schwierig. Der Krieg im Nahen Osten ging weiter, womit die zuvor schon hohe Unsicherheit geblieben ist. Zudem trübten sich aufgrund wiederum steigender Ölpreise die Aussichten auf Zinssenkungen durch grosse Notenbanken ein.
Swiss Life: Neues Unternehmensprogramm «erfolgreich» angelaufen
Positive Nachrichten gab es hingegen zu Swiss Life. Das Finanzunternehmen sei mit seinem im Dezember 2024 aufgelegten Programm «Swiss Life 2027» auf Kurs, schrieb die Bank Vontobel Mitte Woche. Durch dieses Programm will Swiss Life das Gebührenergebnis auf über eine Milliarde Franken im Jahr 2027 ausbauen, von bislang 850 bis 900 Millionen Franken. Zudem soll eine Eigenkapitalrendite von 17 bis 19 Prozent realisiert werden; der Zielwert des Programms «Swiss Life 2024» lag bei 10 bis 12 Prozent.
Den Start des Programms, das den Entwicklungspfad bis 2027 vorgibt, bezeichnet der zuständige Vontobel-Analyst, Matteo Lindauer, als «erfolgreich». Er hat das «Hold»-Rating für Swiss Life bestätigt und das Kursziel auf 865 von 804 Franken angehoben. Das neue Preisziel sieht ein rund 3,6-prozentiges Gewinnpotenzial.
Jedoch weist der Vontobel-Experte auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16,4 für das Jahr 2027 hin. Hoch und eines der höchsten unter den europäischen Versicherern sei es, schreibt Lindauer. «Qualität, eine solide Erfolgsbilanz beim Erreichen von Zielen und ein erstklassiges Management haben ihren Preis», fügt er hinzu.
Zurich Insurance: Rückenwind durch zwei Hochstufungen
Dass sich die Valoren von Zurich Insurance insgesamt positiv entwickelt haben, geht vor allem auf Kursgewinne der ersten Wochenhälfte zurück. Bis am Dienstagabend kam ein 4-prozentiges Plus zustande, bevor die Titel wieder vermehrt verkauft wurden.
Der Rückenwind, der die Aktien des Versicherungsunternehmens antrieb, blies aus den Büros der Finanzunternehmen Kepler Cheuvreux und Morgan Stanley. Die US-Bank erhöhte die Anlageempfehlung für Zurich Insurance auf «Equal Weight» von «Underweight», der französische Vermögensverwalter hat die Valoren neu mit «Halten» eingestuft.
Beide Analystenteams hoben die Übernahme des britischen Spezialversicherers Beazley hervor. Sie eröffne zusätzliche Wachstumschance - aufgrund von Synergien insbesondere beim Gewinn, hiess es.
Sowohl für Zurich Insurance als auch für Swiss Life sprechen die relativ hohen Dividendenrenditen (Zurich Insurance: 5,5 Prozent, Swiss Life: 4,4 Prozent). Sie bieten den Investoren einen Anker, der auch in Phasen insgesamt sinkender Aktienmärkte Halt gibt. In Franken und Rappen ausgedrückt: Zurich schüttet 30 Franken je Aktie für das Jahr 2025 aus - 2 Franken mehr als zuvor; Swiss Life bezahlt 36,50 Franken je Aktie für 2025, nach 35 Franken für das Jahr 2024.

