Eine neue Studie der Privatbank Pictet analysiert erstmals die langfristige Performance des Schweizer Aktienmarkts seit dem Jahr 1900 - also nur wenige Jahre nach den Gründungen der Börsen in Genf, Zürich und Basel.
Die Ergebnisse fallen bemerkenswert aus: Der hiesige Aktienmarkt zählt zu den besten weltweit. Er macht zwar nur 2 Prozent der globalen Marktkapitalisierung aus und belegt damit den neunten Platz. Doch die durchschnittliche Jahresrendite von 6,8 Prozent in über 126 Jahren lässt sich sehen. Insbesondere in Kombination mit tiefer Inflation und weltweit stärkster Währung.
Konkret verzeichnet die Schweiz seit 1900 eine der global niedrigsten Inflationsraten mit durchschnittlich 2,1 Prozent, wodurch der Schweizer Franken zur langfristig stärksten Währung aufgestiegen ist. Diese Ausgangslage hat dazu geführt, dass Schweizer Obligationen eine reale jährliche Rendite von etwa 2 Prozent erzielt haben - laut der Untersuchung ebenfalls fast unschlagbar.
Die Studienautoren führen diesen langfristigen Erfolg auf die wirtschaftliche und politische Stabilität des Landes zurück, die den Aufbau von Wohlstand begünstigt habe. Hinzu kommt die ausgeprägte internationale Ausrichtung der Schweizer Unternehmen. Börsenkotierte Gesellschaften erzielen im Schnitt mehr als 80 Prozent ihrer Umsätze im Ausland.
Gleichzeitig ist der Markt defensiv geprägt: Pharma- und Konsumgüterwerte vereinen nahezu die Hälfte der gesamten Börsenkapitalisierung auf sich. Diese Struktur habe sich insbesondere in Stressphasen als stabilisierender Faktor erwiesen.
Die Zeit heilt Wunden und führt zu enormem Vermögensaufbau
Ein zentrales Ergebnis der Studie betrifft die langfristige Wirkung von «Buy-and-Hold»-Strategien. Über die vergangenen 126 Jahre hätten Anlegerinnen und Anleger mit ausreichend langem Anlagehorizont selbst einschneidende Krisenphasen überstanden. Bei einer Haltedauer von 14 Jahren sei für sämtliche Investitionen seit 1909 kein Verlust angefallen – trotz der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren und der beiden Weltkriege. Mit einer Anlagedauer von 20 Jahren war demnach sogar jedes Investment seit 1900 positiv.
Historisch betrachtet gab es seit 1900 zudem nur acht Fälle, in denen ein Zehn-Jahres-Investment in Schweizer Aktien Verluste brachte. Interessanterweise zählen weder die Dotcom-Blase im Jahr 2001 noch die Finanzkrise sieben Jahre später dazu.
Die Erholungsfähigkeit von Schweizer Aktien zeigt sich auch deutlich in der Aufarbeitung der Bärenmärkte. Beispielsweise erzielten Schweizer Aktien zwischen 2009 und 2025 eine durchschnittliche Jahresrendite von 8,5 Prozent. Das ist deutlich mehr als der langfristige Durchschnitt.
Ein anschauliches Beispiel für langfristigen Vermögensaufbau liefert ein Rechenbeispiel aus der Studie: Wer im Jahr 1900 tausend Franken in Schweizer Aktien investiert und die Dividenden konsequent wiederangelegt hätte, verfügte heute über knapp 4 Millionen Franken.
(cash)
