Die Schweizer Finanzministerin Karin Keller-Sutter sieht sich bei der von der Regierung geplanten deutlichen Verschärfung der Kapitalvorgaben für die Grossbank UBS von der Bevölkerung gestützt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe das Risiko in Zusammenhang mit der in Schieflage geratenen Credit Suisse Ende Februar 2023 auf 1300 Milliarden geschätzt.
Nach der Übernahme der Credit Suisse kurz darauf sei die UBS noch wesentlich grösser. «Die Bevölkerung, das ist meine Wahrnehmung, ist nicht mehr bereit, nach 2008 und nach 2023 dieses Risiko noch einmal zu tragen», so Keller-Sutter am Donnerstag auf dem Bankenanlass «Private Banking Day». Die Regierung schätze die UBS, aber sie wolle auch die Steuerzahler vor möglichen Risiken schützen.
Die Vorschläge der Regierung könnten dazu führen, dass die UBS rund 20 Milliarden Dollar an zusätzlichem Kapital beiseitelegen muss. Das Institut lehnt den Vorschlag ab, weil es Wettbewerbsnachteile befürchtet. Entscheiden wird das Schweizer Parlament.
Die Finanzministerin sieht die Schweizer Banken im internationalen Wettbewerb gut aufgestellt. Die Branche profitiere vom guten Umfeld, das die Schweiz biete. Sie strich auch den Wert der Stabilität heraus. «Als Kundin bin ich lieber bei einer stark kapitalisierten Bank als bei einer Bank, bei der man nie so genau weiss, gibt es die morgen noch.» Dies sei gerade in der Vermögensverwaltung essenziell.
Auch Blackrock-Manager Philipp Hildebrand sprach sich auf dem Anlass für deutlich strengere Kapitalvorgaben aus. «Es mag sein, dass in absoluten Boomzeiten es etwas komplizierter ist, wenn man mehr Kapital haben muss», so der frühere SNB-Präsident. «Aber Sie alle wissen, im Moment, wo es dann wirklich unstabil wird, wird es wieder ein Vorteil. Und ich glaube, das begreifen auch Aktionäre in diesen Zeiten.»
(Reuters)

