Die Aktie von Inficon steigt um 2,5 Prozent auf 100,40 Franken. Sie ist bei den Anlegern wieder gefragt, nachdem sie am Dienstag überaus heftig verkauft wurde und mit einem Minus von mehr als 10 Prozent aus dem Handel ging. Damit waren die Valoren des Technologieunternehmens die schwächsten Titel des Swiss Performance Index (SPI).

Am Mittwoch werden die Valoren auch von einer Hochstufung durch den zuständigen Analysten von Research Partners angeschoben. Er hebt das Rating für Inficon auf «Kaufen» von «Halten». Das Kursziel sinkt auf 118 von 135 Franken, bleibt damit aber über der momentanen Notierung.

Das Unternehmen hatte die Zahlen zum Geschäftsjahr 2025 mitgeteilt, sie waren allerdings schon weitestgehend bekannt. Insofern war nicht dies die Negativ-Überraschung, sondern dies: Die Prognose für den Umsatz und die Marge blieb unter den Erwartungen. Etwa sahen die Analysten eine operative Marge von 19,3 Prozent (Bank Vontobel) beziehungsweise 20,3 Prozent (Zürcher Kantonalbank). Das Management peilt jedoch 17 bis 19 Prozent an.

«Die Guidance könnte aber in Anbetracht des anstehenden CFO-Wechsels bewusst vorsichtig gewählt sein», gab die Zürcher Kantonalbank (ZKB) am Dienstag zu bedenken. Die Bank Vontobel senkte das Kursziel zwar auf 115 von 126 Franken, ist mit dem neuen Preisziel allerdings rund 17,5 Prozent über der aktuellen Notierung - 97,90 Franken - geblieben. Die Einstufung lautet weiterhin «Hold». Ausformuliert kann man demnach sagen: Anleger, die den Titel schon gekauft hatten und noch besitzen, können mittelfristig auf einen Kursgewinn im zweistelligen Prozentbereich hoffen, sofern sie den Titel weiter halten.

Dabei ist der Experte der Bank Vontobel, Michael Foeth, noch eher zurückhaltend mit seiner Einwertung von Inficon. Der Konsens der von der Nachrichtenagentur AWP erfassten Analysten sieht die Titel des im St. Galler Rheintal beheimateten Konzerns in zwölf Monaten bei 120 Franken. Sechs von zehn Experten stufen die Aktie mit «Kaufen» ein.

Indes hat die ZKB am Mittwoch aufgrund der für Anleger und Analysten enttäuschenden Guidance die Schätzungen reduziert. So werden die Umsatzprognosen um 4,2 Prozent zurückgenommen. Ebenso sinkt die Schätzung für die Bruttomarge und die operative Marge auf Stufe EBIT. Den Gewinn pro Aktie (GpA) des Jahres 2026 sehen die ZKB-Experten neu 17 Prozent tiefer, als sie ihn zuvor vorausgesagt hatten. Für 2027 nehmen sie ihre GpA-Schätzung um 10 Prozent zurück. Die Einstufung von Inficon durch die ZKB lautet «Markgewichten».

Wer nach anderen Aktien als nach jenen von Inficon sucht, für den hat die ZKB einen Tipp: «Wir sehen in diesem Marktumfeld bessere Chancen bei der Comet-Aktie», schreiben die Experten. Die Comet-Aktie notiert momentan 21,5 Prozent unter dem Kurszielkonsens gemäss AWP-Analyser. Entsprechen gross ist das Gewinnpotenzial

Reto Zanettin
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