Die Aktien von SIG steigen zum Wochenauftakt um 1,5 Prozent auf 14,91 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) um 0,4 Prozent zulegt.
Damit finden die SIG-Valoren wieder in die Erfolgsspur zurück, nachdem die zweite Hälfte der vergangenen Woche nicht nach den Wünschen der Anlegerinnen und Anleger gelaufen war. Die Aktie des Verpackungsspezialisten sank zwischen Dienstagabend und der Schlussglocke am Freitag um 4,17 Prozent von 15,33 auf 14,69 Franken.
Zuvor hatten sich die Titel über mehrere Monate hinweg aus dem Kursloch bei 7,825 Franken von Anfang Oktober 2025 herausgearbeitet, sich dadurch im Wert so gut wie verdoppelt und am Dienstag erstmals wieder die Marke von 15 Franken überschritten. In der Spitze ging es bis auf 15,62 Franken - den besten Stand seit über einem Jahr - hoch.
Die Avancen der jüngeren Vergangenheit kommen einem regelrechten Turnaround gleich. Dazu die Rückblende in den letzten Herbst: Das Management senkte den Ausblick für das Gesamtjahr 2025, die Dividende wurde ausgesetzt, der Fokus wurde auf Kapitaldisziplin und Schuldenabbau hin geschärft. Zudem wurden am Investorentag konkrete Massnahmen zur Leistungsverbesserung vorgestellt. Ebenfalls kam es zu CEO-Wechseln: Im August löste Finanzchefin Ann-Kristin Erkens den bisherigen Vorsitzenden Samuel Sigrist ab und führte die Geschäfte fortan ad interim. Im Frühjahr 2026 erfolgte der Stabwechsel zu Mikko Keto.
Die Rosskur trägt nun erste Früchte, wie auch der am vergangenen Dienstag vorgestellte Bericht zum zweiten Quartal 2026 bescheinigt hat. Umsatz, operativer Gewinn, Reingewinn sowie die Margen übertrafen die Analystenerwartungen. Zudem wurde der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bestätigt.
Yannik Ryf, der zuständige Analyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB), sah in den Ergebnissen «die ersten Schritte in die richtige Richtung». Inwiefern der Turnaround letztlich gelinge, hänge insbesondere von der Umsetzung durch das Management - besonders dem neuen CEO Mikko Keto - und der künftigen Kapitalallokation ab. Ausserdem wird sich SIG in einem Marktumfeld, das Experten als herausfordernd bezeichnen, behaupten müssen.
Keto stellte derweil in Aussicht, man bleibe diszipliniert im Management der Kostenbasis und suche weiterhin nach Möglichkeiten, die Effizienz neuerlich zu steigern. Effizienzgewinne hatten schon dazu beigetragen, dass der operative Gewinn (Ebit) sowie die Marge des zweiten Quartals gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich angewachsen waren und auch die Analystenprognosen übertroffen hatten.
Dass das Unternehmen aus Neuhausen wieder in die Erfolgsspur gefunden hat, spiegelt sich zudem in den jüngsten Vorhersagen für den Aktienkurs. Ende Juli erhöhte die britische Investmentbank Barclays auf 18 von 15 Franken, nachdem die US-Grossbank Goldman Sachs auf 18 von 16 Franken und die Bank Vontobel auf 15,50 von 13,50 Franken gegangen waren. Jene 18 Franken entsprechen dem höchsten Stand der Aktie seit März 2025.
Das durchschnittliche Preisziel der von der Nachrichtenagentur AWP erfassten Analysten steht nun bei 15,46 Franken. Acht Experten stufen SIG mit «Kaufen» ein; sieben sagen «Halten». Verkaufsempfehlungen gibt es derzeit keine.
Gemessen am Schnitt aller Kursziele sowie an den jüngsten, wieder höher angesetzten Preiszielen - bis 18 Franken - sowie den Ratings sind die Chancen intakt, dass die Aktie von SIG auch mittelfristig weiter steigt - beziehungsweise den Schwung vom heutigen Montag auch schon die nächsten Tage mitnimmt.
Weitere Impulse dürften die Valoren des Neuhauser Verpackungsspezialisten im Oktober erhalten. Das Management berichtet dann zum dritten Quartal und lädt die Investoren zum Kapitalmarkttag ein.

