Wie eine neue Studie von Wüest Partner zeigt, bleibt die Mietbelastung in der Schweiz im europäischen Vergleich hoch: Mieterhaushalte wenden einen etwas grösseren Anteil ihres Einkommens für die Miete auf als im EU-Durchschnitt. Im Gegenzug profitieren sie allerdings von überdurchschnittlich grossen Wohnungen.

Zugleich öffnet sich die Schere zwischen Bestandes- und Angebotsmieten weiter. Im Jahr 2025 lagen neu ausgeschriebene Mieten im Schnitt 10,5 Prozent über den bestehenden Vertragsmieten – mit teils erheblichen Unterschieden zwischen den Kantonen. Diese Entwicklung begünstigt sogenannte «Lock-in»-Effekte: Wer eine vergleichsweise günstige Wohnung hat, bleibt eher darin. Entsprechend hoch ist die durchschnittliche Wohndauer in Schweizer Mietwohnungen, die aktuell bei 8,5 Jahren liegt.

Ein zentraler Treiber dieser Dynamik ist das knappe Angebot. Im ersten Quartal 2026 lag die Zahl der verfügbaren Mietwohnungen rund 25 Prozent unter dem Niveau von vor zehn Jahren. Angesichts einer weiterhin robusten Nachfrage verschärft sich das Ungleichgewicht am Markt zusätzlich.

Höhere Baupreise und weniger Wohnungen

Auch auf der Angebotsseite zeigen sich strukturelle Veränderungen. Der Nettozuwachs an Wohnungen ist rückläufig: Wurden 2023 noch über 40'000 Einheiten geschaffen, waren es 2025 nur noch rund 32'200. Ein Grund dafür ist die zunehmende Bedeutung von Ersatzneubauten – neue Projekte entstehen immer häufiger durch Abbruch bestehender Gebäude und führen damit netto zu einem geringeren Ausbau des Bestands.

Parallel dazu bleibt Wohneigentum auf Preiskurs. Im ersten Quartal 2026 verteuerten sich Eigentumswohnungen um rund 4,5 Prozent, Einfamilienhäuser um 4,3 Prozent. Für das Gesamtjahr wird mit weiteren Preissteigerungen von 3,5 beziehungsweise 3,3 Prozent gerechnet.

Der Bausektor zeigt derweil eine gewisse Erholung, steht jedoch unter anhaltendem Kostendruck. Für 2026 wird ein nominaler Anstieg der Hochbauinvestitionen von 6,7 Prozent erwartet, insbesondere getrieben durch Umbauprojekte. Gleichzeitig dürften steigende Energie- und Materialkosten die Baupreise weiter nach oben treiben – prognostiziert wird ein Plus von 2,5 Prozent.

Aisha Gutknecht arbeitet seit Juli 2024 als Redaktorin für cash.ch.
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