95'000 Franken sind die neuen Kursziele der Analysten von Barclays und Goldman Sachs für Lindt & Sprüngli. Letztere erachtet zudem einen Preis von 10'000 Franken für die Partizipationsscheine als realistisch, von zuvor 9500 Franken. Bei beiden liegt nach wie vor eine Verkaufsempfehlung vor. 

Am Freitagmorgen kosten die Namenaktien 94'700 Franken, die Partizipationsscheine 9'285 Franken. Also 0,4 Prozent, respektive 0,1 Prozent mehr als am Vortag. Der Kursverlust seit Januar beläuft sich bei beiden jedoch auf rund 20 Prozent. Vor dem Jahreswechsel kostete eine Namenaktie noch 116'400, bevor der Preis im Februar gar auf 128'000 Franken anstieg.

Beide Analysehäuser begründen ihre Anpassung mit dem zunehmend unter Druck stehenden Absatzgeschäft in Europa. Während der Analyst von Barclays aufgrund der schwachen Nachfrage in Deutschland von einem rückläufigen organischen Wachstum in der Region ausgeht, verweist die Expertin von Goldman Sachs auf die Preisentwicklung bei Lindt & Sprüngli. Die Produkte des Schokoladenherstellers hätten sich in den vergangenen zwölf Monaten deutlich stärker verteuert als jene des breiteren Marktes. Die inzwischen erheblichen Preisaufschläge gegenüber Konkurrenzprodukten stellten ein zentrales Risiko dar, sollten die Preise im Markt insgesamt wieder nachgeben.

In eine ähnliche Richtung geht auch eine Analyse von Bloomberg. Zwar ermögliche die starke Premium-Positionierung von Lindt & Sprüngli weiterhin höhere Preise als bei vielen Wettbewerbern. Der beispiellose Anstieg der Kakaopreise habe die Konsumenten jedoch preissensibler gemacht und das Risiko erhöht, dass Käufer innerhalb der Schokoladenkategorie zu günstigeren Produkten greifen. Damit werde die Balance zwischen Preissetzungsmacht und Absatzentwicklung zunehmend zum entscheidenden Faktor.

Sollten die Preise im Markt insgesamt wieder sinken, müsste Lindt & Sprüngli seine Preise also womöglich stärker senken als die Konkurrenz, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dies könnte die Margen belasten und den Spielraum für weiteres Wachstum einschränken, schlussfolgert die Goldman-Sachs-Expertin.

Diese Einschätzung teilt auch der Analyst von Barclays. Vor diesem Hintergrund rücke zunehmend die Frage in den Vordergrund, ob sich die Absatzvolumen in den wichtigen europäischen Märkten wieder erholen können. Er bezweifle, dass Lindt & Sprüngli sein mittelfristiges Ziel eines organischen Wachstums von 6 bis 8 Prozent erreichen könne.

(cash)