Es habe eine Explosion gegeben, erklärte der türkische Verkehrsminister Abdulkadir Uraloglu ⁠am Donnerstag. Alle 27 Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit, sagte er dem Sender Kanal 24. Die Küstenwache sei zu der ‌unter der Flagge Sierra Leones fahrenden «Altura» entsandt worden, die sich ‌etwa 18 Seemeilen (33 Kilometer) vom Bosporus entfernt ​befand. Der Angriff habe wahrscheinlich darauf abgezielt, den Maschinenraum des Schiffes lahmzulegen, sagte Uraloglu. Der Bosporus ist eine wichtige Schifffahrtsstrasse, die das Schwarze Meer mit dem Marmarameer und dem Mittelmeer verbindet.

Der Tanker hatte den russischen Hafen Noworossijsk mit rund einer Million Barrel Rohöl an Bord verlassen. ‌Das Schiff ist wegen des russischen Krieges gegen die Ukraine von der Europäischen Union und Grossbritannien mit Sanktionen belegt. Der Vorfall ereignete sich ausserhalb der türkischen Hoheitsgewässer.

Es handelt sich um ​einen von mehreren Vorfällen in den vergangenen Monaten, die von westlichen Staaten ​sanktionierte Schiffe auf dem Weg von oder zu ​russischen Häfen betreffen. Eigner des Schiffes ist den Daten von Refinitiv zufolge die in China ansässige Sea Grace Shipping ‌Ltd, der Manager ist die türkische Pergamon Denizcilik. Der Sender NTV hatte zuvor von einer Explosion auf der Kommandobrücke und von Wasser im Maschinenraum berichtet.

Das türkische Verteidigungsministerium teilte mit, es beobachte ​genau die ​Risiken durch Drohnen im Schwarzen Meer angesichts ⁠ihres ausgiebigen Einsatzes in dem seit mehr als ​vier Jahren andauernden Krieg zwischen ⁠Russland und der Ukraine. Man spreche mit den Partnern und gebe die notwendigen Warnungen aus, um ‌die Sicherheit der Schifffahrt aufrechtzuerhalten.

Bereits Ende vergangenen Jahres waren die Versicherungsprämien für die Schifffahrt gestiegen, nachdem ukrainische Seedrohnen Tanker mit Ziel Russland getroffen hatten. ‌Die Türkei hat sowohl die Ukraine als auch Russland davor gewarnt, ​solche Angriffe in der Nähe ihrer Hoheitsgewässer vorzunehmen. Stellungnahmen aus Moskau oder Kiew lagen zunächst nicht vor.

(Reuters)