Am Mittwoch verabschiedeten sich die Aktien des Pharmaauftragsfertigers Lonza mit einem dicken Minus aus dem Handel. Sie schlossen 4,89 Prozent tiefer bei 536,40 Franken - dem niedrigsten Stand seit Ende Juni. Damit waren sie unter allen Titeln des Swiss Market Index (SMI) am schwächsten. Dieser legte 0,12 Prozent auf 14’316 Punkte zu.
Auslöser für den Kursverfall waren ein paar der insgesamt robusten Halbjahreszahlen, die das Management um CEO Wolfgang Wienand am Mittwochmorgen vorgestellt hatte.
Skeptisch nahmen die Investoren namentlich das organische Umsatzwachstum in Lokalwährungen auf. Es lag bei 16 Prozent und damit 0,5 Prozentpunkte unter den Konsenserwartungen. Dabei wuchs die Sparte «Integrated Biologics» um 10,0 Prozent, wogegen die Zürcher Kantonalbank ein 12,4-prozentiges Wachstum erwartet hatte.
Stärker als «Integrated Biologics» entwickelten sich die kleineren Lonza-Segmente «Advanced Synthesis» und «Specialized Modalities». Beide wuchsen überaus stark und wiesen höhere Margen als erwartet aus.
Auch im Weiteren überzeugte der Pharmazulieferer aus Basel. Die Kern-EBITDA-Marge wurde von den beiden kleineren Lonza-Segmenten auf 34,8 Prozent und damit über die Analystenerwartungen getrieben. Derweil fiel der Reingewinn im Rahmen der Erwartungen an.
Für bessere Stimmung unter den Anlegern hätte auch der Margenausblick für das Jahr 2026 sorgen können. Er wurde von «über 32 Prozent» auf «33 bis 34 Prozent» angehoben. Das aber half der Aktie nicht. Die Umsatzentwicklung wog in der Auffassung der Investoren schwerer als die Margenentwicklung.
Derweil sind die Analysten bislang zuversichtlich geblieben. Im Schnitt sehen die von AWP erfassten Experten die Aktie bei 671 Franken - 25 Prozent über der Schlussnotiz vom Mittwochabend. 18 von 19 Analysten empfehlen die Titel zum Kauf. Daneben gibt es ein «Halten»-Rating und keine Verkaufsempfehlung. Zeigen wird sich, ob die Halbjahreszahlen zu Revisionen der Experteneinschätzungen führen.
Vorerst bestätigte der zuständige Experte der Zürcher Kantonalbank (ZKB), Daniel Jelovcan, am Mittwoch das «Übergewichten»-Rating bei einem fairen Wert der Aktie von 766 Franken. Daraus errechnet sich ein Gewinnpotenzial von knapp 43 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Mittwoch.
Die Analystin der Bank Vontobel, Sibylle Bischofberger, blieb ebenfalls auf «Buy» bei einem Kursziel von 650 Franken. Sie schrieb: «Lonza ist in guter Verfassung, und die Projekte entwickeln sich gut. Wir bleiben bei unserer Ansicht, dass Lonza eine interessante Investition ist.»
Gemessen an den Expertenstimmen ist eine Rückkehr der Lonza-Aktie am Donnerstag und darüber hinaus wahrscheinlich. Doch die Kursreaktion am Mittwoch hat gezeigt, dass die Erwartungen hoch sind und entsprechend leicht enttäuscht werden können. Lonza ist daher kein Selbstläufer.

