Der Münchner Technologiekonzern will auf der ordentlichen ‌Hauptversammlung im Februar 2027 über die Abspaltung der ‌Tochter abstimmen lassen, wie ​Siemens am Freitag mitteilte. Bei der Ankündigung der milliardenschweren Transaktion im November hatte Siemens auch eine ausserordentliche Hauptversammlung in diesem Jahr dafür erwogen. Siemens will 30 Prozent der Siemens-Healthineers-Aktien an die eigenen Aktionäre übertragen ‌und damit die Mehrheit an der Erlanger Tochter abgeben. Bisher hält Siemens 67 Prozent an Siemens Healthineers.

Allerdings wartet der Konzern weiterhin auf ​den offiziellen Bescheid der Finanzbehörden zu diesem Vorgehen, ​damit dabei keine Steuern für seine ​Aktionäre fällig werden. Denn Siemens betritt mit der Direktabspaltung für Deutschland juristisches Neuland. «Der Separierungsprozess ‌sowie der Prozess der regulatorischen Klärung sind weit fortgeschritten, wobei eine endgültige Bestätigung zu regulatorischen Fragen noch aussteht», hiess es in der Mitteilung.

Siemens ​zählt ​die Medizintechnik - Computertomographen und MRTs, Röntgengeräte, ⁠Laborstrassen und Reagenzien - nicht mehr zum Kerngeschäft ​und will sich ⁠auf die Automatisierungstechnik (Digital Industries), die Gebäudetechnik (Smart Infrastructure) und das Zug-Geschäft ‌konzentrieren. Siemens Healthineers war 2018 an die Börse gebracht worden, der Mutterkonzern hatte aber lange an der Mehrheit festgehalten. ‌Die Hängepartie rund um die Abspaltung und mögliche ​weitere Aktienverkäufe durch den Grossaktionär belastet den Aktienkurs von Healthineers.

(Reuters)