Der Medizintechnik-Konzern Siemens Healthineers rechnet für das neue ‌Geschäftsjahr 2026/27 (per ⁠Ende September) allenfalls mit einem ⁠stagnierenden Gewinn. Der Umsatz werde um vier bis ‌fünf Prozent zulegen, teilte ‌die Siemens-Tochter am ​Donnerstag in Erlangen mit. Das bereinigte Ergebnis je Aktie werde zwischen 2,20 und 2,40 (2025/26: 2,42) Euro landen.

2025/26 hatte ‌Siemens Healthineers den Umsatz um vier Prozent auf 23,63 Milliarden Euro gesteigert, ​er lag damit am oberen Ende ​der im ​Sommer gesenkten Zielspanne. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen ‌und Steuern (Ebit) fiel leicht auf 3,82 (2025/26: 3,86) Millionen Euro und blieb ​damit ​etwas hinter ⁠den Erwartungen der Analysten zurück. ​Die Dividende ⁠soll mit 1,00 Euro je Aktie ‌stabil bleiben, die Experten hatten fünf Cent mehr erwartet.

Healthineers will nicht mehr Siemens heissen

Der Medizintechnik-Konzern will künftig auch nur noch Healthineers heissen. Der Namensteil Siemens werde im Zuge des Teilrückzugs des bisherigen Mutterkonzerns über die ‌nächsten ⁠drei Jahre gestrichen, teilte das Erlanger Unternehmen am Donnerstag mit. Die Hauptversammlung am 18. ⁠Februar 2027 muss die Umbenennung noch formell beschliessen. «Aus den Siemens-Wurzeln heraus ist Siemens Healthineers zu einem ‌global führenden und etablierten Unternehmen herangewachsen», sagte Siemens-Vorstandschef Roland Busch. «Es ist ‌jetzt nur folgerichtig, dass sich ​diese Entwicklung im öffentlichen Auftreten des Unternehmens widerspiegelt.»

Die Siemens AG hat angekündigt, sich im kommenden Jahr auf einen Minderheitsanteil an Healthineers zurückzuziehen. Bisher hält sie 67 Prozent der Anteile, rund 30 Prozent sollen den Siemens-Aktionären in die Depots gebucht werden. Für drei ‌Jahre zahlt Siemens Healthineers dann noch für die Nutzung der Markenrechte.

Siemens Healthineers vollzieht mit der Umbenennung einen ähnlichen Schritt wie die ehemalige Schwestergesellschaft Siemens Energy, die sich in Omterra ​umbenennen will. Sie muss für die Markenrechte im Jahr rund ​300 Millionen Euro an den früheren Mutterkonzern zahlen, ​seit dieser die Mehrheit abgegeben hatte. Neben der Siemens AG trägt dann nur noch der Hausgerätehersteller Bosch ‌Siemens Hausgeräte (BSH) den Namen des Firmengründers. Er gehört zu 100 Prozent Bosch, verkauft aber Kühlschränke und Waschmaschinen auch unter der Marke Siemens.

An einen neuen Namen - und in der ​Folge ​an einen neuen Eigentümer - müssen sich auch ⁠die Mitarbeiter und Kunden der Diagnostik-Sparte von Siemens Healthineers ​gewöhnen. Sie soll schrittweise ⁠in Olyrian Diagnostics umbenannt werden. Der Ausgliederungsprozess sei eingeleitet worden, an dessen Ende Olyrian ‌ein eigenständiges Unternehmen sein werde, erklärte Siemens Healthineers. Der Schritt ist das entscheidende Signal, dass das Geschäft mit Laborstrassen verkauft werden soll. Dort arbeiten ‌rund 20 Prozent der Belegschaft von Healthineers, die Sparte erwirtschaftet ​17 Prozent des Umsatzes. Vorstandschef Bernd Montag hatte mehrfach betont, dass es zum übrigen Geschäft mit CTs, MRTs und Krebstherapie-Geräten keine Synergien gebe.

(Reuters)