Die Sika-Aktie legt am Dienstag nach Börseneröffnung 7,05 Prozent auf 146,90 Franken zu - so hoch stand der Titel zuletzt Anfang März. Damit klettert Sika an die SMI-Spitze und verschafft sich eine Verschnaufpause nach einer ausgeprägten Schwächephase: Seit Jahresbeginn gehören die Papiere mit einem Minus von fast 16 Prozent zu den schwächsten Bluechips im SMI, auf Jahressicht beläuft sich das Minus gar auf 30,6 Prozent. Der SMI gewinnt derweil 0,45 Prozent auf 13'204,5 Punkte.
Auslöser der Erholung sind die Quartalszahlen: Sika hat im ersten Quartal 2026 in Lokalwährungen ein Umsatzwachstum von 0,9 Prozent erzielt und damit den Marktkonsens von minus 0,7 Prozent klar übertroffen. Besonders positiv überraschte das organische Wachstum von minus 0,2 Prozent. Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt mit einem Rückgang von 1,8 Prozent gerechnet. «Der bessere Wert könnte zumindest teilweise auf anhaltende Marktanteilsgewinne zurückgeführt werden», denkt der zuständige Analyst von Berenberg.
Belastet wurde der ausgewiesene Umsatz durch starken Währungsgegenwind von minus 8 Prozent sowie durch den schwachen chinesischen Bausektor; ohne China-Baugeschäft betrug das organische Wachstum 1 Prozent. Insgesamt sank der ausgewiesene Umsatz um 7 Prozent und lag damit aber 1,6 Prozent über den Markterwartungen. Regional zeigte sich ein uneinheitliches Bild: Die EMEA-Region überraschte positiv, während der Nahe Osten infolge des Irankonflikts unter Druck stand. Americas litten unter ungünstigen Wetterbedingungen, Asien-Pazifik ohne China wuchs dagegen organisch um 5 Prozent.
Trotz des schwierigen Umfelds bestätigt Sika den Jahresausblick: Das Management erwartet weiterhin ein Umsatzwachstum von 1 bis 4 Prozent in Lokalwährungen sowie eine EBITDA-Marge von 19,5 bis 20 Prozent. «Die Bestätigung der Jahresprognosen trotz der aktuellen geopolitischen Unsicherheit dürfte beruhigend auf die Märkte wirken», so die UBS. Die erste Jahreshälfte dürfte für die globale Baubranche schwächer bleiben, bevor ab dem zweiten Halbjahr eine schrittweise Erholung einsetzen soll. Das Sparprogramm «Fast Forward» mit Einsparungen von 80 Millionen Franken liegt laut Management im Plan, die mittelfristigen Ziele bis 2028 wurden ebenfalls bestätigt.
Die Analysten reagieren derweil positiv auf die Ergebnisse. Vontobel-Analyst Mark Diethelm lobt, dass Sika trotz schwieriger Endmärkte die Erwartungen übertroffen habe – getragen von Asien-Pazifik ohne China und einer monatlichen Erholung in Europa. Er bestätigt sein Kaufrating mit Kursziel 220 Franken.
ZKB-Analyst Yannik Ryf sieht die Aktie mit einem geschätzten KGV von rund 17x für 2027 als attraktiv bewertet und erwartet ab dem zweiten Halbjahr eine Belebung des organischen Wachstums; er bleibt bei «Übergewichten» und erwartet eine relative Überperformance von 15 Prozent gegenüber der Branche. Auch UBS (Kursziel 220 Fr.) und Berenberg Bank (226 Fr.) empfehlen die Aktie zum Kauf.
Insgesamt raten 14 Analysten zum Kauf, 8 zum Halten und 2 zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 178,05 Franken, rund 21 Prozent über dem aktuellen Kurs.
(cash/AWP)
