Die Aktie von Swiss Re sackte am Montag um 3,6 Prozent auf 137,70 Franken ab. Grund war nicht ein firmenspezifisches Ereignis, sondern Aussagen am traditionellen Branchentreff von Rückversicherern in Monte Carlo. Dort warnten Swiss Re und Konkurrenten vor wachsenden Risiken im Rückversicherungsmarkt.
«Der Bedarf nach Absicherung weltweit wächst, da sich die Risikolandschaft verändert und Risiken immer stärker miteinander vernetzt sind», sagte Urs Baertschi, Chef der Sachrückversicherungssparte (P&C Re) bei Swiss Re, an einer Medienkonferenz. Dort findet seit Samstag und noch bis Mittwoch das jährliche Branchenmeeting «Rendez-Vous de Septembre» statt.
Rückversicherer wie Swiss Re und Munich Re sowie deren Kunden aus der Erstversicherung sehen sich einem komplexer werdenden Marktumfeld ausgesetzt. Zugleich bleiben die Rückversicherungspreise unter Druck. Die durch den KI-Boom und die Energiewende entstehenden Marktchancen kommen der Branche gelegen.
Seit den verheerenden Waldbränden in Kalifornien von Anfang 2025, die volkswirtschaftliche Schäden von rund 54 Milliarden US-Dollar zur Folge hatten, ist zum Beispiel dieses Risiko stärker in den Fokus gerückt. Damals hatten die Versicherungen 40 Milliarden Dollar an Schäden mitgetragen. Das war die teuerste Katastrophe dieser Art.
Waldbrände bleiben das weltweit am stärksten wachsende Wetterrisiko. Laut der Swiss Re sind die versicherten Waldbrandschäden in den letzten Jahrzehnten jährlich um geschätzt 8 bis 11 Prozent gestiegen. Dieses Risiko wachse weiter, da immer mehr Menschen in waldbrandgefährdeten Gebieten angesiedelt seien.
Anleger beobachten nun genau, in welche Richtung sich der Aktienkurs von Swiss Re am Dienstag bewegt - ob die Aktie weiter nachgibt oder ob der Montag bloss ein Ausrutscher war. Denn die Aktie bewegt sich seit Juni konstant nach oben und erreichte letzte Woche den höchsten Stand seit November 2025.
Swiss Re ist bei Dividendeninvestoren beliebt. Die Firma hat in den letzten 25 Jahren die Ausschüttungen zwar nicht jedes Jahr erhöht wie etwa Roche, aber die Rendite bewegt sich seit Jahren über 4 Prozent. Derzeit werden 4,4 Prozent gemessen.
Mit Material von AWP

