SMI verharrt im roten Bereich

Die Schweizer Börse hat den Abwärtstrend am Freitag fortgesetzt. Der wieder leicht tiefere Ölpreis und verfallsbezogene Abgaben drücken auf die Kurse.
19.02.2016 10:55
Weiter auf Rot: Der SMI am Freitagmorgen.
Weiter auf Rot: Der SMI am Freitagmorgen.
Bild: cash

Händler erwähnen auch Gewinnmitnahmen. "Wir erleben mit einem Plus von 3,2 Prozent gerade die beste Woche seit Jahresanfang", sagt ein Händler. Da sei es nur normal, dass die Anleger versuchten, einen Teil der Gewinne einzustreichen.

Der SMI notiert um 10.55 Uhr mit 7902 Punkten um 0,2 Prozent tiefer. Am Vortag sank der Leitindex um 0,4 Prozent. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus auf mehr als 10 Prozent.

Nach einer Erholung am Vortag schwächeln die Ölpreise wieder. Derzeit seien die Ölpreise der stärkste Impulsgeber, sagen Händler. Auch hielten sich die Anleger vor der Veröffentlichung wichtiger US-Konjunkturzahlen mit Käufen zurück. Dabei stehen die US-Konsumentenpreise und das Barometer für die Konsumlaune in den USA im Mittelpunkt. Von diesen Zahlen erhoffen sie sich Hinweise auf die weitere Geldpolitik der Notenbank Fed. Bleibt die Inflation niedrig, sinkt die Wahrscheinlichkeit schneller Zinserhöhungen.

Druck durch kleinen Verfallstermin

Druck geht laut Händlern von den Schwergewichten Nestlé und Novartis aus. "Das deutet auf verfalls- und indexbezogene Aktivitäten hin", sagt ein Händler. Heute Freitag ist an der Eurex der kleine Verfallstermin, an dem Optionen auslaufen.

Händler äussern sich nicht überrascht, aber etwas enttäuscht, dass sich die Nestlé-Aktie nach dem Minus vom Vortag von 3,7 Prozent nicht erhole, sondern um 0,3 Prozent nachgebe. Der Titel des Nahrungsmittelkonzerns geriet am Donnerstag nach dem Jahresergebnis stark unter Druck. Mehrere Analysten revidierten darauf ihre Kursziele für den Titel nach unten.

Die Aktien von Novartis büssen 0,5 Prozent ein. Die Mitteilung, dass die US-Gesundheitsbehörde FDA dem Leukämie-Medikament PKC412 (Midostaurin) das beschleunigte Zulassungsverfahren gewährt, half nicht. "Der Anlageentscheid von J.P. Morgan, den Titel von der Focus-Liste zu streichen, wiegt anscheinend schwerer", sagt ein Händler.

Uneinheitlich zeigen sich die Bankaktien. UBS steigen um 0,5 Prozent und Credit Suisse geben 0,2 Prozent nach.

EFG auf Achterbahnfahrt

Die Aktie von EFG International verzeichnet einen achterbahnartigen Kursverlauf. Der Vermögensverwalter ist eigenen Angaben zufolge in exklusiven Verhandlungen mit der brasilianischen BTG Pactual über einen Kauf des Tessiner Konkurrenten BSI.

Die Assekuranzwerte tendieren bei insgesamt eher geringen Kursausschlägen schwächer. Bei den Anteilen zyklischer Firmen kristallisiert sich kein klarer Trend heraus. Geberit und Lafarge-Holcim geben nach. Clariant, Givaudan und Sulzer legen zu.

Am breiten Markt setzen die Aktien von Charles Vögele die Erholung fort und steigen 2,6 Prozent. Der Titel der mit Schwierigkeiten kämpfenden Modekette war nach dem Ausstieg eines Investors stark unter Druck geraten.

Die Aktie von Sunrise steigt 1,8 Prozent. Kepler Cheuvreux hat die Analyse des Telekomunternehmens mit dem Rating "Buy" aufgenommen.

(Reuters)