Angesichts des Nahost-Konflikts geht die Schweizerische Nationalbank (SNB) von einer hohen Ungewissheit bei der Inflationsentwicklung aus und zeigt sich verstärkt zu Eingriffen am Devisenmarkt bereit.
Die Unsicherheit über die Teuerungsprognose sei derzeit «ziemlich hoch», sagte SNB-Präsident Martin Schlegel am Mittwoch bei einer Veranstaltung in Washington. Wegen der geopolitischen Spannungen sei die Bereitschaft der Notenbank gestiegen, am Devisenmarkt zu intervenieren, da eine rasche und übermässige Aufwertung des als sicherer Hafen geltenden Schweizer Frankens die Preisstabilität gefährde. Sollte die Inflation zu stark steigen, müssten die Zentralbanken «frühzeitig und entschlossen handeln.»
Die SNB hatte ihren Leitzins im März bei null Prozent belassen und ihre Inflationsprognose für das laufende Jahr leicht auf 0,5 Prozent angehoben. Bis 2028 soll die Teuerungsrate der Prognose zufolge im Zielbereich der Notenbank von null bis zwei Prozent bleiben.

