Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist vom jüngsten Anstieg der Inflation überrascht worden und stellt ‌sich ⁠auf mögliche Zweitrundeneffekte in der Wirtschaft ein. Die ⁠Inflation in der Schweiz habe seit der letzten Lagebeurteilung im ‌September weiter zugenommen, sagte SNB-Präsident Martin ‌Schlegel in einem am Donnerstag ​veröffentlichten Interview der «Handelszeitung».

«Die jüngste Messung zur Inflation ist im Oktober mit 1,5 Prozent höher ausgefallen als selbst von der SNB erwartet.» Der Anstieg gehe ‌vor allem auf höhere Preise für Treibstoffe und Heizöl infolge des Konflikts im Nahen Osten zurück.

Die Notenbank ​beobachte die Entwicklung genau, um ein Übergreifen ​der Preissteigerungen auf andere ​Wirtschaftsbereiche zu verhindern. Wesentliche Zweitrundeneffekte gebe es bislang jedoch nicht. «Es ist ‌nicht ausgeschlossen, dass wir solche in Zukunft beobachten werden», erklärte Schlegel. «Sollte die Preisstabilität gefährdet sein, würde die ​Nationalbank ​nicht zögern, die Geldpolitik ⁠anzupassen.»

Bisher liegt die Teuerung innerhalb ​des Zielbereichs der ⁠SNB von null bis zwei Prozent, den die ‌Notenbank als Preisstabilität definiert. Mit null Prozent liegt der Leitzins in der Schweiz gegenwärtig auf ‌dem niedrigsten Niveau aller grösseren Währungsräume.

(Reuters)