Die Schweizerische Nationalbank (SNB) kaufte 2025 in Summe Devisen im Wert von 5,2 Milliarden Franken, wie aus ihrem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht hervorging. Im Jahr 2024 hatte sie unter dem Strich noch Fremdwährungen für netto 1,2 Milliarden Franken erworben.
Der Grossteil der Interventionen fand im zweiten Quartal mit knapp 5,1 Milliarden Franken statt. Im Zuge des Liberation Days von Donald Trump mit der Verkündigung von hohen Zöllen für viele Länder war der US-Dollar stark unter Druck geraten und im Gegenzug der Franken deutlich angestiegen. In diesem Umfeld hatte die SNB Interventionen getätigt, um den Anstieg des Frankens zumindest zu dämpfen. Die Devisenkäufe hätten dazu beigetragen, angemessene monetäre Bedingungen sicherzustellen, so die SNB. Mit den Transaktionen ging die Notenbank gegen die wirtschaftsschädliche übermässige Aufwertung der in unsicheren Zeiten als sicherer Hafen gefragten Landeswährung vor.
Grundsätzlich sind Devisenkäufe für die Schweiz aus politischen Gründen heikel. Die USA brandmarkt die Schweiz immer wieder mal als Währungsmanipulatorin, was im Zusammenhang mit den laufenden Verhandlungen über ein Zollabkommen zwischen der Schweiz und den USA unerwünscht ist.
Zuletzt waren letzte Woche wieder entsprechende Gerüchte aufgekommen, da der Euro im Zusammenhang mit dem Irankrieg unter 90 Rappen gefallen war. Allerdings nur ganz kurz, entsprechend war von möglichen Interventionen der SNB die Rede. Solche Interventionen liessen sich allerdings nicht bestätigen und die SNB wollte auch nichts dazu sagen. Unmittelbar nach Kriegsbeginn hatte sie allerdings klar verlauten lassen, dass ihre Bereitschaft für Interventionen am Devisenmarkt erhöht sei.
Zum Teil hohe Volumen in der Vergangenheit
Grosse Devisenkäufe oder Verkäufe sind neben der Zinspolitik weiterhin das wichtigste Instrument zur Steuerung der Geldpolitik. In der Vergangenheit waren die gekauften oder verkauften Volumen denn auch zum Teil extrem hoch. 2020, im ersten Corona-Jahr, kaufte die SNB beispielsweise Devisen im Gegenwert von rund 110 Milliarden, um den Anstieg des Frankens zu bremsen bzw. die Exporteure vor einem zu starken Franken zu schützen.
Im Jahr 2021 kamen dann noch einmal Devisenkäufe im Gegenwert von rund 21 Milliarden Franken dazu. Danach kehrte die Situation allerdings stark und die SNB wurde zur Devisenverkäuferin. Sie wollte damit den Franken stärken und der nach Corona und dem Beginn des Ukraine-Krieges stark gestiegenen Inflation entgegenwirken.
Vor allem 2023 verkauft die SNB in allen vier Quartalen Devisen in zweistelligem Umfang, insgesamt kam ein Volumen von 133 Milliarden Franken zusammen. Trotz dieser massiven Verkäufe hat die SNB aber immer noch einem riesigen Devisenberg. Ende Februar 2026 waren es 710 Milliarden gewesen. Die hohen Bestände stammen vor allem aus der Zeit der Eurokrise und der Auflösung des Euro-Mindestkurses, als die SNB den massiven Anstieg des Frankens bremsen wollte.
(AWP/Reuters)

