So investiert die mächtigste Bank der Welt

Goldman Sachs, die wohl mächtigste Bank der Welt, ist nicht mehr länger positiv für Anleihen und neuerdings sogar negativ für die Rohstoffe. Selbst ihre Aktienempfehlungen haben einen Haken.
27.05.2015 08:08
Von Lorenz Burkhalter
Was hier am Hauptsitz von Goldman Sachs in New York entschieden wird, findet weltweit Beachtung.
Was hier am Hauptsitz von Goldman Sachs in New York entschieden wird, findet weltweit Beachtung.
Bild: iNg

Goldman Sachs gilt als das wohl mächtigste Bankinstitut der Welt. Keine andere Investmentbank ist derart gut in die Wirtschaft und die Politik vernetzt. Nicht zuletzt deshalb haben Empfehlungen aus dem Hause Goldman Sachs Gewicht an den Finanzmärkten.

Und die neusten Empfehlungen haben es durchaus in sich: Die für die alle Anlageklassen übergreifende Strategieabteilung tätigen Experten sind nicht mehr länger positiv für Anleihen. Auf einen Anlagehorizont von drei Monate stufen sie ihr Anlageurteil von "Übergewichten" auf "Neutral" herunter. Bei den Rohstoffen gehen die Strategen sogar von "Neutral" auf "Untergewichten" zurück.

Weiterhin zuversichtlich sind die Experten einzig für die Aktien. Diese werden sowohl auf drei als auch auf 12 Monate mit "Übergewichten" eingestuft. Dennoch hat das Ganze einen Haken: Goldman Sachs rät den eigenen Kunden auf kurze Sicht zu einer Absicherung von Aktienanlagen über Put-Optionen auf den S&P-500-Index und den Euro-Stoxx-50-Index. Überzeugung sieht anders aus.

Goldman Sachs warnt vor einem "Zinsschock"

Im Zuge der vorsichtigeren Haltung für Anleihen raten die Strategen zu einer Reduktion von Unternehmensanleihen mit einer durchschnittlichen Laufzeit von fünf Jahren. Staatsanleihen mit einer Laufzeit von durchschnittlich zehn Jahren werden in Erwartung negativer Renditen über die nächsten drei Monate bereits mit "Untergewichten" eingestuft. Auf einen Horizont von 12 Monaten werden sogar beide Anlageklassen in den Wertschriftenportfolios untergewichtet.

Bei Goldman Sachs vertritt man die Meinung, dass der jüngste Zinsanstieg an den Anleihenmärkten nur ein kleiner Vorgeschmack ist. Die Strategen der amerikanischen Grossbank rechnen im weiteren Jahresverlauf mit abermals steigenden Zinsen. Dank fallenden Risikoprämien sollten sich die Aktien besser als andere Anlageklassen halten können, so glauben sie. Allerdings warnen sie vor einem "Zinsschock", sollte sich die Weltwirtschaft entgegen allen Erwartungen nicht beleben und die Zinsen dennoch steigen.

Es ist denn auch diese Überlegung, welche hinter der kurzfristigen Absicherung von Aktienengagements über Put-Optionen steckt.