US-Spezialkräfte haben den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro gefangen genommen. Das Land verfügt über die grössten Ölreserven der Welt. Nachfolgend einige Fakten zur venezolanischen Ölindustrie:

 

Reserven

Venezuela verfügt über die grössten Ölreserven der ‌Welt. ‌Dem Londoner Energy Institute zufolge besitzt Venezuela mit 303 Milliarden Barrel rund 17 Prozent der weltweiten Reserven und liegt damit vor dem Opec-Führer Saudi-Arabien. Die Ölförderung liegt jedoch wegen Missmanagement, mangelnder Investitionen und Sanktionen nur bei einem Bruchteil der ​Kapazität.

Der Grossteil der Reserven ist Schweröl aus dem Orinoco-Gürtel in Zentralvenezuela. ‌Dessen Förderung ist nach Angaben des US-Energieministeriums teuer, aber ‌technisch relativ einfach.

Produktion

Venezuela ist Gründungsmitglied der Organisation erdölexportierender Länder (Opec). In den 1970er Jahren produzierte das Land bis zu 3,5 Millionen Barrel pro Tag, was damals mehr als sieben Prozent der weltweiten Ölförderung entsprach. Die Produktion ist seitdem zurückgegangen. In den 2010er Jahren fiel sie unter zwei Millionen Barrel pro Tag und lag im ⁠vergangenen Jahr bei durchschnittlich rund 1,1 Millionen Barrel täglich.

«Wenn die Entwicklungen letztlich zu einem echten Regimewechsel führen, könnte dies mit der Zeit sogar zu mehr Öl auf dem Markt führen», sagt Analyst Arne Lohmann Rasmussen ​von Global Risk Management. «Es wird jedoch dauern, bis sich die Produktion vollständig erholt.» Andere ‌Experten sehen das ähnlich. «Wenn Trump mit dem Regimewechsel Erfolg hat, ‍könnten die venezolanischen Exporte wachsen, da die Sanktionen aufgehoben werden und ausländische Investitionen zurückkehren», sagt Saul Kavonic vom australisches Analysehaus MST ​Marquee.

Gemeinschaftsunternehmen

Venezuela verstaatlichte seine Ölindustrie in den 1970er Jahren und gründete die Petroleos de Venezuela S.A. (PdVSA). In den 1990er Jahren unternahm das Land Schritte, um den Sektor weitgehend für ausländische Investitionen zu öffnen.

Nach der Wahl von ‌Hugo Chavez im Jahr 1999 schrieb Venezuela eine Mehrheitsbeteiligung von ⁠PdVSA an allen Ölprojekten vor. PdVSA gründete Gemeinschaftsunternehmen, um die Produktion ‌zu steigern - unter anderem mit Chevron, der China National Petroleum Corporation, Eni, Total und der russischen Rosneft.

Exporte und Raffinerien

Die USA waren ‍früher der Hauptabnehmer für venezolanisches Öl. Seit der Einführung von Sanktionen ist im letzten Jahrzehnt jedoch China zum Hauptziel geworden. Die Exporte sind zum Erliegen gekommen, seit US-Präsident Donald ​Trump im Dezember 2025 eine Blockade für alle Schiffe angekündigt hat, die das Land ‍anlaufen oder verlassen.

PdVSA besitzt auch bedeutende Raffineriekapazitäten im Ausland, darunter Citgo in den USA. Gläubiger kämpfen jedoch in langwierigen Gerichtsverfahren in den USA darum, die Kontrolle darüber zu erlangen. 

(Reuters)