Fluggesellschaften arbeiteten weltweit mit Hochdruck daran, das Problem zu beheben, nachdem die Aufsichtsbehörden eine Reparatur vor der Wiederaufnahme des Flugbetriebs angeordnet hatten. Zahlreiche Fluggesellschaften, darunter American Airlines, United Airlines und die ungarische Wizz Air, teilten mit, dass die Arbeiten abgeschlossen oder nahezu abgeschlossen seien.

Auslöser der Rückrufaktion war ein unbeabsichtigter Höhenverlust bei einem JetBlue-Flug am 30. Oktober von Cancun in Mexiko nach Newark in den USA. Dabei wurden zehn Passagiere verletzt, wie die französische Flugunfalluntersuchungsbehörde BEA mitteilte, die den Vorfall untersucht. Airbus-Chef Guillaume Faury entschuldigte sich bei den Fluggesellschaften und Passagieren. «Ich möchte mich aufrichtig bei unseren Kunden unter den Fluggesellschaften und den betroffenen Passagieren entschuldigen», schrieb Faury auf der Online-Plattform LinkedIn.

In den USA, wo nach den Thanksgiving-Feiertagen eine hohe Nachfrage erwartet wird, rechnet die Regierung jedoch nicht mit grösseren Störungen. Die betroffenen US-Fluggesellschaften «haben grosse Fortschritte gemeldet und sind auf gutem Wege, die Frist bis Sonntag um Mitternacht einzuhalten», erklärte Verkehrsminister Sean Duffy auf der Plattform X. Während die Warnung für viele Fluggesellschaften in Europa und Asien in die Nachtstunden fiel und so Zeit für Reparaturen liess, traf sie die USA mitten am Tag vor dem Wochenende mit hohem Reiseaufkommen. Die japanische ANA Holdings strich am Samstag 95 Flüge, wovon 13.500 Reisende betroffen waren.

Bei dem Problem müssen die Fluggesellschaften auf eine frühere Software-Version eines Computers zurückgreifen, der den Anstellwinkel der Flugzeuge berechnet. In einigen Fällen muss auch die Hardware selbst ausgetauscht werden, was zwei bis drei Stunden pro Flugzeug dauert. Von dem Rückruf sind mehr als 6000 Flugzeuge betroffen, was über der Hälfte der weltweiten A320-Flotte entspricht. Diese hat kürzlich die Boeing 737 als meistverkauftes Modell der Branche abgelöst. Branchenkenner sagten, die abrupte Massnahme sei ein seltenes und potenziell kostspieliges Problem in einer Zeit, in der die Wartung weltweit unter einem Mangel an Arbeitskräften und Ersatzteilen leide.

(Reuters)