Der Hörgerätehersteller Sonova wird seine Umsatzziele für das laufende Geschäftsjahr voraussichtlich nur knapp erreichen. Sonova habe eine Umsatzzunahme von fünf bis neun Prozent in Aussicht gestellt, erklärte der neue Firmenchef Eric Bernard in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Zeitung «Finanz und Wirtschaft».
«Mit einem Umsatzwachstum für das erste Halbjahr von 4,9 Prozent in Lokalwährungen für die Gruppe ist es aber ziemlich klar, dass wir am unteren Ende der Bandbreite sein werden.» Die Inflation in vielen Ländern sowie die vielen negativen Nachrichten überall auf der Welt bremsten die Kaufbereitschaft. Eine Normalisierung der Nachfrage erwartet Bernard gegen Ende der zweiten Jahreshälfte 2026 oder Anfang 2027. Derzeit wachse der Markt nur um ein bis drei Prozent, früher seien es vier bis sechs Prozent gewesen.
Angesichts des fast kompletten Wechsels an der Unternehmensspitze stünden auch die mittelfristigen Ziele auf dem Prüfstand. Da Verwaltungsratspräsident, CEO und Finanzchefin neu seien, nehme man sich die Zeit, diese Vorgaben zu überdenken, erklärte Bernard weiter. Die Ergebnisse der Strategieüberprüfung will der Schweizer Konzern am 23. März vorstellen.
«Der klare Fokus liegt auf Profitabilität.» Bernard hatte den Chefposten im Juli übernommen. Befürchtungen, dass Tech-Riesen wie Apple mit Hörfunktionen in Kopfhörern das klassische Geschäft kannibalisieren könnten, trat Bernard entgegen. Diese Produkte richteten sich an Menschen mit leichtem Hörverlust und senkten die Hemmschwelle, ein klassisches Hörgerät zu benutzen.

