Im Rahmen eines Strategieupdates kündigt das Unternehmen aus Stäfa an, sich von seinem Audiogeschäft für Endkunden, zu dem auch die vor fünf Jahren übernommenen Aktivitäten von Sennheiser gehören, trennen zu wollen.
Wie es in dem Communiqué vom Montag heisst, wolle man sich strategisch klarer ausrichten. Daher sei der Verkauf des Consumer Hearing-Geschäfts geplant und damit die Fokussierung auf die Kernaktivitäten in der Hörversorgung.
Das Consumer-Hearing-Geschäft von Sonova ist im Grunde der Konsumenten-Elektronik-Bereich des Konzerns - also alles, was sich nicht direkt an Patienten mit Hörgeräten, sondern an normale Endkunden richtet.
Es umfasst Audio-Produkte für Konsumenten wie Premium-Kopfhörer, True-Wireless-Earbuds, Audiophile High-End-Geräte und Soundbars. Auch dazu gehören «Hörlösungen light» (sogenannte Hearables), die etwa Sprache in lauter Umgebung verbessern, aber noch keine klassischen Hörgeräte sind.
Man sei bemüht, den bestmöglichen Eigentümer zu finden, heisst es in der Mitteilung weiter. Ab dem Jahresabschluss 2025/26 wird es als zum Verkauf bestimmter Geschäftsbereich ausgewiesen. Zu der Sparte zählt unter anderem die Marke Sennheiser. Sonova hatte die Consumer Division der Sennheiser Electronic GmbH im Mai 2021 für 200 Millionen Euro übernommen.
Geschärfter Fokus
Mit dem Verkauf des Consumer Hearing-Geschäfts fokussiert vollständig auf die Hörversorgung. Die neue fokussierte Strategie habe drei zentrale Prioritäten. So wolle man die Akzeptanz der Sonova-Lösungen weiter steigern - vor allem durch Innovation.
Design, vernetzte Technologien und KI sollen daher stärker auf Lifestyle und Kundenerlebnis ausgerichtet werden. Gleichzeitig will Sonova insbesondere in Asien durch gezielte Marktexpansion und regionale, erschwingliche Angebote weiter wachsen.
Zweitens setzt Sonova künftig auf eine Multimarken- und Multikanal-Strategie. Dabei setzt das Unternehmen auf eine marktspezifische Steuerung von Marken und Vertriebskanälen, um die Marktabdeckung zu erhöhen. Durch eine engere Verzahnung von Grosshandel und eigenen Fachgeschäften sowie gezielte Akquisitionen sollen Skaleneffekte, Innovation und Kundennähe verbessert werden.
Als drittes sollen Betriebsabläufe optimiert werden. Sonova will sich durch seinen Kundenservice in Qualität, Zuverlässigkeit und Kosten klar differenzieren und so Wachstum und Kundenbindung stärken. Gleichzeitig werden Prozesse, Standorte und Beschaffung optimiert, um Effizienz, Profitabilität und Widerstandsfähigkeit zu steigern.
Neue Mittelfristziele
Das neue Management von Sonova bestehend aus CEO Eric Bernard und Finanzchefin Elodie Carr-Cingari hat neue Mittelfristziele für den Konzern ausgegeben. So soll das Unternehmen bis zum Geschäftsjahr 2030/31 einen Umsatz von 6 Milliarden Schweizer Franken erreichen.
Erreicht werden soll dies durch eine mittelfristige durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 5 bis 10 Prozent beim Umsatz und von 7 bis 12 Prozent beim Kern-EBIT - jeweils in Lokalwährungen, wie Sonova am Montag mitteilte. Im November hatte das Unternehmen bei Vorlage der Jahreszahlen noch auf die Nennung von Mittelfristzielen verzichtet.
Für das noch laufende Geschäftsjahr bestätigt Sonova den zuvor kommunizierten Ausblick. Dabei dürfte das angepeilte Umsatzwachstum von 5 bis 9 Prozent ebenso am unteren Ende der Spanne liegen wie das in Aussicht gestellte Wachstum beim normalisierten EBITA (14 bis 18 Prozent). Die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025/26 werden am 18. Mai 2026 veröffentlicht.
(AWP)
