Wer sich mit Lisa Rich zum Gespräch trifft, dem sticht zuerst das Cover ihres Smartphones ins Auge. Es zeigt in bunten Farben die Vegetation, Aquakultur und Landwirtschaft Nordkoreas in einer Weltraumaufnahme. Rich nennt die Farben und Fotos auf dem Cover «hyperspectral». Sie stammen vom Satelliten ihrer Firma.
«Wenn mich jemand fragt, was Xplore macht, dann zeige ich der Person zuerst das Smartphone-Cover», sagt Lisa Rich im Gespräch mit cash.ch am WEF in Davos. Rich ist operative Chefin des US-Unternehemns Xplore, das sie mit ihrem Mann Jeff führt. Die Firma bietet Beratungsdienstleistungen zu Weltall-Themen und hält Beteiligungen an 200 Unternehmen, davon über 30 mit Bezug zu Weltraumaktivitäten.
Lisa Rich selber ist spezialisiert auf das Thema der Kommerzialisierung des Weltraumes. «Wir sammeln Bilder und Datenprodukte, die durch hochwertige Fernerkundung entstehen», so Rich. Die Firma arbeite ausserdem daran, die Datenverarbeitung im Orbit und Edge-Computing zu ermöglichen, um Erkenntnisse aus dem Weltraum zu gewinnen.
Vor Xplore gründete Lisa Rich zudem die Firma Hemisphere Ventures. Diese investierte in synthetische Biologie, Robotik, Drohnen und Weltraum. Firmen mit Bezug zum All hatten in den letzten fünf bis sieben Jahren das grösste Wachstum der Unternehmen im Portfolio von Xplore, sagt Rich.
So zum Beispiel die an der US-Börse kotierte Voyager Technologies, dann auch Firmen wie Axiom oder Umbra. Gemäss Rich sollen diese beiden Unternehmen dieses Jahr an die Börse gehen. Eine weitere Beteiligung ist Lynk Global.
Bewertung für SpaceX realistisch
Die Firmen wuchsen vor allem dank Regierungsaufträgen und Akquisitiuonen. Die Kommerzialisierung des Weltalls ist ein boomender Wachstumsmarkt. Nach Schätzungen der UBS könnte die «Space Economy» bis 2040 ein Volumen von einer Billion Dollar erreichen. Das Potenzial erschliesst sich durch Geschäftsfelder wie Erdbeobachtung, Rohstoffabbau, Satellitenkommunikation oder Weltall-Tourismus.
Bei Thema Weltraum steht in diesem Jahr der geplante Börsengang von Elon Musks SpaceX im Fokus. Laut verschiedenen Berichten wird der Juni für das Initial Public Offering anvisiert. Dabei könnte das Luftfahrt-Unternehmen mit bis zu 1,5 Billionen Dollar bewertet und zu einem der teuersten Firmen der Welt werden.
Auch Xplore von Lisa Rich hält Aktien von SpaceX. Sie hält die erwartete Bewertung für das Weltraumfahrtunternehmen für realistisch. «Die Bewertung repräsentiert nicht nur den Wert des Unternehmens für hochfrequente und zuverlässige Raketenstarts, sondern auch den grösseren Wert der Kommunikationsdienste von Starlink, der zukünftigen Fähigkeiten der Starship-Raumschiffe und so weiter», sagt Rich.
Sollte es nicht zu einem Börsengang von SpaceX kommen, könnte Musk versuchen, all seine Unternehmen zu einem einzigen zu fusionieren. «Das wäre dann noch die grössere Story», sagt Rich.
Sie selber kennt Musk nicht persönlich, hat aber vor rund zehn Jahren an einer Tesla-Parade bei einem Empfang von Elon Musk mitgemacht. «Er hielt eine Rede und stand direkt vor mir. Unvergesslich.»

