Es war der erste Flug der umfassend überarbeiteten V3-Version, an der das Unternehmen nach einer Reihe von Fehlschlägen im vergangenen Jahr monatelang gearbeitet hatte.
Etwa eine Stunde nach dem Start wasserte die obere Raketenstufe wie geplant aufrecht im Indischen Ozean. Die untere Raketenstufe «Super Heavy» war bereits rund sechs Minuten nach dem Abheben im Golf von Mexiko niedergegangen. Die rund 120 Meter hohe Rakete war am späten Freitagnachmittag (Ortszeit) vom SpaceX-Weltraumbahnhof Starbase nahe Brownsville gestartet. In einer Live-Übertragung des Unternehmens war zu sehen, wie sich die Rakete in einer Wolke aus Dampf und Abgasen vom Startturm erhob.
Das «Starship» erreichte eine suborbitale Flugbahn, obwohl eines der sechs Triebwerke der Oberstufe ausgefallen war. In dieser Phase setzte es nacheinander 20 Attrappen von Starlink-Satelliten aus. Zudem wurden zwei modifizierte, funktionsfähige Satelliten freigesetzt, die den Hitzeschild der Rakete erfassten und während des Sinkflugs Daten an die Bodenstation übertrugen.
Das Raumschiff absolvierte mehrere aerodynamische Manöver, die es absichtlich besonders hohen Belastungen aussetzen sollten. Das «Starship» überstand diese unbeschadet und zündete kurz vor dem Wassern seine Triebwerke für ein Bremsmanöver. Als die Oberstufe schliesslich den Wiedereintritt überstand und im Ozean wasserte, brach bei den versammelten SpaceX-Mitarbeitern Jubel aus.
Mit der wiederverwendbaren Schwerlastrakete will SpaceX-Chef Elon Musk die Startkosten senken, das Starlink-Satellitengeschäft ausbauen, Missionen über die Erdumlaufbahn hinaus ermöglichen und Rechenzentren im Orbit errichten.
Ein erster Startversuch war in der Nacht zum Freitag Sekunden vor dem Abheben abgebrochen worden. Musk begründete dies auf der Plattform X mit einem verklemmten Bolzen am Startturm und Treibstoffproblemen.
Der Testflug gilt wenige Wochen vor dem geplanten Börsengang von SpaceX als symbolträchtig und dürfte das Vertrauen der Anleger beeinflussen. Das Unternehmen hatte am Mittwoch seinen Börsenprospekt veröffentlicht. Mit einem erwarteten Emissionsvolumen von 75 Milliarden Dollar wäre das Börsendebüt fast dreimal so gross wie der bisherige Rekord-Börsengang von Saudi Aramco im Jahr 2019.
Experten halten eine Bewertung von SpaceX mit 1,75 Billionen Dollar für möglich.
(Reuters)

