Ein direkter Nachweis für ‌den ⁠Aufprall, der gegen 08.35 Uhr deutscher Zeit erwartet worden war, stand ⁠zunächst noch aus. Bei dem schulbusgrossen Objekt handelt es sich um die vier ‌Tonnen schwere zweite Stufe einer Falcon-9-Rakete, die im ‌Januar 2025 eine Mondlandefähre ins All ​befördert hatte. Da kein Raumfahrzeug den Einschlag direkt beobachten konnte, suchen Wissenschaftler nun auf Teleskopbildern nach einer Staubwolke, um den Vorfall zu bestätigen.

Der Aufprall war SpaceX zufolge unbeabsichtigt. Natürliche kosmische Kräfte hätten das Raketenteil auf ‌Kollisionskurs mit dem Mond gebracht. «Eine Mischung aus Sonnenaktivität und Schwerkraft hat es auf einen Kurs zum Mond gebracht», erklärte SpaceX-Direktorin Julianna Scheiman. Normalerweise fallen ​solche Raketenstufen zurück in die Erdatmosphäre und verglühen. Da ​die Mondmission vom Januar jedoch mehr Schub ​erforderte, verblieb die Stufe im Weltraum und wurde zu unkontrollierbarem Weltraumschrott. Der Einschlag wurde ‌im Einstein-Krater auf der von der Erde abgewandten Seite des Mondes erwartet.

Einschläge von Weltraumschrott auf dem Mond sind selten. Im März 2022 schlug ​ein chinesisches ​Raketenteil auf dem Mond ⁠ein. Die US-Raumfahrtbehörde NASA liess zudem in den ​1970er Jahren und 2009 ⁠absichtlich Raketenstufen auf dem Mond aufprallen, um die Auswirkungen zu untersuchen. ‌Der aktuelle Vorfall lenkt jedoch erneut die Aufmerksamkeit auf den Umgang mit ausgedienter Weltraum-Hardware. Angesichts des geplanten Baus einer ‌Mondbasis im Rahmen des Artemis-Programms beraten NASA und SpaceX ​nun darüber, wie solche Vorfälle künftig verhindert werden können.

(Reuters)