Sie sank im vierten Quartal 2025 auf 9,93 ‌Prozent, ‌wie aus am Dienstag veröffentlichten amtlichen Daten hervorgeht. Das ist der niedrigste Wert seit der Finanzkrise von 2008, die Spanien besonders hart getroffen hatte. Allerdings gehört die Quote weiterhin zu den höchsten in ​der Europäischen Union. Die Jugendarbeitslosigkeit bleibt mit 23 Prozent sehr ‌hoch, auch wenn dies ebenfalls der niedrigste Wert ‌Finanzkrise ist.

Ökonomen zufolge tragen das starke Wirtschaftswachstum und eine Arbeitsmarktreform aus dem Jahr 2021 zur positiven Entwicklung bei. Die Reform schränkt die Möglichkeiten von Unternehmen ein, Arbeitskräfte mit befristeten Verträgen einzustellen. Ein weiterer Faktor ist demnach die Offenheit des Landes für Einwanderung, um Lücken in ⁠wichtigen Branchen zu schliessen. «Die Einwanderung unterscheidet uns von anderen Ländern», sagte Raymond Torres vom Institut Funcas. «Sie hat das Wachstum in Sektoren wie dem Gastgewerbe und der Pflege belebt, die sonst auf ​einen Arbeitskräftemangel gestossen wären.»

Die sozialistische Regierung hat sich am Montag mit ‌der linkspopulistischen Partei Podemos auf eine Regelung geeinigt. Diese ‍soll den legalen Status von rund 500.000 irregulären Migranten beschleunigen, die seit fünf Jahren ohne Vorstrafen in Spanien leben.

Regierungsangaben ​zufolge entstanden im vergangenen Jahr mit 605.400 die meisten Arbeitsplätze der gesamten Euro-Zone. Davon entfielen 92 Prozent auf den Privatsektor. Um den Trend aufrechtzuerhalten, seien jedoch eine Belebung des Baugewerbes zur ‌Bewältigung der Wohnungskrise und weitere private Investitionen erforderlich, sagte ⁠Torres.

Das spanische Bruttoinlandsprodukt ist nach Prognose der Industriestaaten-Organisation OECD ‌im vergangenen Jahr um 2,9 Prozent gewachsen. Dazu trägt der boomende Tourismus bei: Spanien hat im vergangenen Jahr so ‍viele ausländische Besucher angelockt wie noch nie. Insgesamt seien 97 Millionen Gäste ins Land gekommen und damit 3,5 Prozent mehr als 2024, erklärte Tourismusminister Jordi Hereu ​kürzlich. Die Ausgaben der Gäste aus dem Ausland wuchsen demnach sogar ‍um 6,8 Prozent auf 135 Milliarden Euro. Spanien ist nach Frankreich das weltweit meistbesuchte Land. Der Tourismus trägt mehr als zehn Prozent zur Wirtschaftsleistung bei.

(Reuters)