Sparkonten - Diese Banken geben noch die letzten Zinskrümel

Seit Jahren belasten die Negativzinsen auch in der Schweiz die Zinsen der Sparkonten. Die Tendenz ist weiter rückläufig. cash zeigt, wo es bei Zinsen für Sparkonten noch was zu holen gibt.
13.09.2019 14:49
Von Henning Hölder
Die weiter anhaltende Tiefzinsphase macht das Sparen immer schwieriger.
Die weiter anhaltende Tiefzinsphase macht das Sparen immer schwieriger.
Bild: Alan Cleaver

Flickr, Lizenz CC BY 2.0

Diese Woche hat Mario Draghi die Geldschleusen noch einmal aufgemacht. Ab November wird die EZB monatlich 20 Milliarden Euro in den Geldmarkt pumpem – und zwar "so lange wie nötig". Sie senkte zudem den Einlagezins weiter. Für die Schweizerische Nationalbank erhöht das tendenziell den Druck, zu reagieren: Am 19. September könnten die Schweizer Währungshüter den Leitzins weiter von minus 0,75 auf minus 1 Prozent ausweiten.

Für den Sparer verheisst das nichts Gutes. Die Zinsen auf Sparkonten dürften weiter gedrückt werden. Das Tabu, Sparer mit Negativzinsen auf Guthaben zu belasten, könnte bald branchenweit fallen, sagen Experten voraus.

Die UBS hat als erstes grosses Bankinstitut im Mai verkündet, Nullzinsen auf Sparkonten zu erheben. Laut Zahlen des Vergleichsportals Moneyland beträgt der durchschnittliche Zins auf Sparkonten in der Schweiz nur noch 0,05 Prozent (Medianwert). Zinsen für Säule-3a-Konten sind mit 0,2 Prozent etwas höher.   

Doch noch gibt es sie: Banken, die Sparer, die ihr Geld bei der Bank parken, mit einem einigermassen nennenswerten Zins belohnen. Das Vergleichsportal Moneyland gab gegenüber cash Auskunft, welche Banken die besten Zinsen bieten. "Je nach Profil kann das Ranking ändern, deshalb empfiehlt sich in jedem Fall ein individueller Vergleich", sagt Benjamin Manz, Mitgründer Vergleichsportals.

Da sich die Konditionen je nach Einzahlungsbetrag und Laufzeit unterscheiden können, gilt folgende Zins-Tabelle für einen Startbetrag von 20'000 Franken.

Name Konto Zins 1. Jahr (CHF) Zinssatz + Anmerkung
WIR Bank Bonussparkonto 140 0,1% + Bonuszinssatz 0.6%
Bank Cler Sparkonto Plus 115 0,075% + Bonuszinssatz 0.5%
Credit Suisse Sparkonto Bonviva Platinum 80 0,4% + (nur mit kostenpflichtigem Bankpaket Platinum)
Crédit Agricole Sparkonto Energy 60 0,3% + (Sperrfrist 24 Monate)
Migros Bank Anlagesparkonto 12 0,06%
Basler Kantonalbank 10 0,05%
PostFinance Sparkonto 10 0,05%
Raiffeisen Sparkonto 10 0,05% + kann je nach Institut variieren
Bank Cler Sparkonto 10 0,05%
Zürcher Kantonalbank Sparkonto Plus 6 0,01% + Bonuszinssatz 0.02%
Migros Bank Sparkonto 6 0,03%
Zürcher Kantonalbank Sparkonto 2 0,01%
Valiant Sparkonto 2 0,01%
Credit Suisse Sparkonto 2 0,01%
UBS Sparkonto CHF 0 0,0%

Quelle: moneyland.ch

Wie aus der Tabelle hervorgeht, sind gute Zinsbedingungen aber oft an Konditionen und Bankpakete geknüpft. Die Kontobedingungen sind für Kunden auch erst bei genauem Hinsehen ersichtlich. Die Pakete sind oft nur dann attraktiv, wenn die verschiedenen Produkte auch wirklich benötigt werden. Ein Vergleich ist zwingend.

Mittlerweile sind die Zinsen so tief, dass fast keine Bank mehr Werbung mit Sparkonten mache, sagte Bankenkenner Manz schon im letzten Jahr zu cash. Es ist ein Zeichen dafür, dass Banken wegen der SNB-Negativzinsen gar nicht interessiert sind an Spargeldern, die dann nur herumliegen.

Eine gute Alternative zum Sparkonto sind übrigens Kassenobligationen. Auch wenn die Zeiten grosser Renditen auch hier vorbei sind: Kassenobligationen behalten eine gewisse Bedeutung für Sparer. Der magere Zinsertrag ist immer noch höher als das, was man auf einem Sparkonto erhält oder gar netto verlieren könnte. Allerdings sind bei Kassenobligationen die Gelder über einen vordefinierten Zeitraum gebunden. 

Mehr dazu hier: Trotz wenig Zins: Kassenobligationen laufen noch immer