Der US-Arbeitsmarkt ist im Februar überraschend eingebrochen. Unter dem Strich gingen 92'000 Jobs ausserhalb der Landwirtschaft verloren, wie aus dem am Freitag vorgelegten Bericht der Regierung hervorgeht. Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen Stellenaufbau in Höhe von 59'000 erwartet. Ökonomen sagten in ersten Reaktionen:
RALF UMLAUF, HELABA:
«Schwache Beschäftigungsentwicklung. Die Stellenzahl ausserhalb der Landwirtschaft hat massiv enttäuscht. Statt eines soliden Anstiegs ist ein kräftiges Minus gemeldet worden. Die Arbeitslosenquote hat ebenfalls unerwartet zugelegt. Zwar ist das Niveau hierbei im historischen Vergleich als niedrig einzustufen, die Zinssenkungserwartungen dürften mit den Zahlen aber wieder Rückenwind bekommen. Diese standen zuletzt wegen der gestiegenen Inflationssorgen aufgrund der hohen Energiepreise unter Druck.»
BASTIAN HEPPERLE, HAUCK AUFHÄUSER LAMPE:
«Erneut zeigt sich das Muster, dass erst ein üppiger Stellenzuwachs berichtet wird, der im Folgemonat abwärts revidiert wird. Der kräftige Beschäftigungsrückgang überrascht, ist zum Teil streikbedingt. Im Trend dürfte sich ein moderater Beschäftigungszuwachs fortsetzen, dafür spricht die weiterhin gute US-Konjunktur. Die Abwärtsrisiken am Arbeitsmarkt sind nicht so gravierend, dass die Fed den Leitzins senken müsste. Auch der Nahost-Konflikt zieht als Argument für eine Zinssenkung nicht. Die Fed dürfte sich um den Arbeitsmarkt weiterhin keine grossen Sorgen machen. Da die Inflationsrisiken nicht gravierend sind, spricht viel für eine anhaltende Warteposition.»
(Reuters)

