Waren und Dienstleistungen kosteten im März durchschnittlich 2,7 ‌Prozent ⁠mehr als ein Jahr zuvor, nachdem die Teuerungsrate im Februar noch auf 1,9 ⁠Prozent gesunken war. Das teilte das Statistische Bundesamt am Montag in einer ersten Schätzung mit. Das ‌ist der höchste Wert seit Anfang 2024. ‌Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten ​mit einem Anstieg in dieser Höhe gerechnet. Von Februar auf März zogen die Preise um 1,1 Prozent an.

Analysten sagten zu den Daten in ersten Reaktionen:

FRIEDRICH HEINEMANN, ZEW-INSTITUT:

«Dieser Anstieg der Inflationsrate ist erst der Anfang. Der Sprung bei ‌den Energiepreisen wird sich in den kommenden Monaten in viele Kalkulationen hineinfressen und zu Preiserhöhungen führen. Das Problem ist ausserdem, dass Deutschland bereits vor dem Iran-Krieg mit ​einer hartnäckigen Inflation bei den Dienstleistungen konfrontiert war. Die neue ​Inflation bei Sprit und Gas trifft nun auf ​die alte Inflation – vom Handwerk bis zur Unterhaltungsbranche. Diese Mischung wird die Inflation in Deutschland nun ‌rasch auf drei Prozent und darüber treiben.»

ALEXANDER KRÜGER, CHEFÖKONOM HAUCK AUFHÄUSER LAMPE:

«Die durch den Iran-Krieg kräftig gestiegenen Energiepreise haben die Inflation mächtig angeheizt. In ​der ​Folge macht die Inflationsrate den erwarteten Satz ⁠nach oben. Jedes Tanken wird vorerst weiter zeigen, ​dass sich Autofahren stark ⁠verteuert hat. Wegen zerstörter Produktionsstätten ist Besserung kaum in Sicht, auch wenn die ‌Strasse von Hormus freikommt. Solange diese gesperrt ist, ist an ein preisstabiles Umfeld nicht zu denken. Die Inflationsrate dürfte in den ‌nächsten Monaten bei rund 3,0 Prozent liegen. Der schwelende Konflikt ​birgt hohe weitere Eskalationsgefahren und Inflationsrisiken. Es kommt jetzt darauf an, dass der Ölschmutz nicht in der Kernrate ankommt. Die Gefahr von Zweitrundeneffekten ist jetzt schon beträchtlich.» 

(Reuters)