In den USA hat sich die Inflation vor Ausbruch des Irankrieges stabilisiert. Die Verbraucherpreise stiegen im ‌Februar ⁠um 2,4 Prozent zum Vorjahresmonat und damit genauso schnell ⁠wie im Januar, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch mitteilte. Von Reuters ‌befragte Volkswirte hatten damit gerechnet. In ersten ‌Reaktionen hiess es dazu:

Thomas Gitzel, VP Bank:

«Die Inflationsentwicklung im Februar ist unspektakulär. Erfreulich ist, dass gegenüber dem Vorjahresmonat die Mieten weniger stark stiegen. In Anbetracht des im Zuge des Iran-Kriegs gestiegenen Ölpreises ist das Februar-Datenmaterial ohnehin nicht mehr von allzu grosser Bedeutung – der Blick richtet sich auf die März-Daten. Im landesweiten Durchschnitt sind per Ende letzter Woche die Benzinpreise an US-Tankstellen um knapp 15 Prozent gestiegen. Der Anteil von Motorkraftstoffen am Warenkorb des Konsumentenpreisindex liegt bei knapp 3 Prozent. Somit erhöht allein dieser Effekt die Inflationsrate um rund 0,4 Prozentpunkte. »

Bastian ​Hepperle, Hauck Aufhäuser Lampe:

«Der Preisdruck war schon vor Beginn des Iran-Krieges erhöht, verstärkt hat er sich nicht. Mit den kräftig gestiegenen Energiepreisen kommt nun wieder mehr ‌Druck in die Inflationspipeline. Einen weiteren Inflationsanstieg wird die Fed hinnehmen, solange die Inflationserwartungen verankert bleiben. Trumps Wahlversprechen niedriger Lebenshaltungskosten ist stark ​in Bedrängnis geraten. Er wird deshalb weiter ​auf Leitzinssenkungen drängen.»

Ulrich Wortberg, Helaba:

«Keine ​weitere Entspannung an der Inflationsfront: Die Jahresteuerungsrate ist im Februar bei ‌2,4 Prozent konstant geblieben. Auch bei den Kernpreisen hat sich nicht viel getan, hier liegt die Jahresrate bei unverändert 2,5 ​Prozent. ​Das Niveau ist noch zu ⁠hoch und oberhalb des Zwei-Prozent-Ziels ​der US-Notenbank. Zudem gilt ⁠es zu beachten, dass die Zahlen noch vor dem ‌Beginn des Iran-Kriegs erhoben wurden. Seitdem kam es zu einem massiven Anstieg der Öl- und Benzinpreise. ‌Daher ist davon auszugehen, dass die März-Werte ​zur Inflation davon beeinflusst und nach oben getrieben werden. Die vom Krieg verursachten Inflationssorgen haben die Zinssenkungserwartungen gedämpft. Die heutigen ‌Inflationszahlen werden die ​Erwartungen wohl nicht massgeblich beeinflussen.» 

(Reuters)