Der Ölpreisanstieg infolge des Nahost-Krieges heizt die Inflation im Euroraum weiter kräftig an. ‌Waren ⁠und Dienstleistungen verteuerten sich im April um durchschnittlich 3,0 ⁠Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das EU-Statistikamt Eurostat am ‌Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Experten ‌hatten nurmit einem Anstieg ​auf 2,9 Prozent gerechnet. In ersten Reaktionen hiess es dazu:

 

JÖRG KRÄMER, COMMERZBANK-CHEFÖKONOM:

«Ohne die stark gestiegenen Energiepreise ist die Inflation im April sogar gefallen. Aber die ‌EZB sollte sich nicht in falscher Sicherheit wiegen. Umfragen zeigen, dass die Unternehmen die höheren Energiepreise rasch ​an die Verbraucher weitergeben werden. Entsprechend sind ​die langfristigen Inflationserwartungen der Bürger ​zuletzt gestiegen. Die EZB wird nicht um eine Zinserhöhung herumkommen, ‌auch wenn sie sie wohl erst auf der Sitzung im Juni beschliessen dürfte.»

 

ALEXANDER KRÜGER, CHEFÖKONOM HAUCK ​AUFHÄUSER ​LAMPE:

«Wegen des Energiepreisanstiegs klettert ⁠die Inflationsrate auf 3,0 Prozent. ​Die Inflationsrate wird ⁠länger erhöht bleiben, selbst wenn der Iran-Krieg bald ‌endet. Bleibt die Strasse von Hormus auch im Sommer zu, ist ein weiterer Inflationsschub unausweichlich. ‌Für die EZB gibt es erst ​etwas zu tun, wenn sich nachhaltige Zweitrundeneffekte abzeichnen.» 

(Reuters)