Ems-Chemie befand sich im ersten Halbjahr in einem schwierigen Marktumfeld mit angespannter Geopolitik, einem starken Franken und hohen Rohmaterialpreisen. Trotz der Bremswirkung gehen Analysten von einer einigermassen robusten Entwicklung aus. Die Margen dürfte der Autozulieferer verteidigt haben.
Vor der Zahlenvorlage am morgigen Freitag rechnen die Experten mit einem Umsatz von 983 Millionen Franken, nach 1020 Millionen Franken im ersten Halbjahr 2025. Er operative Gewinn auf Stufe Ebidta dürfte den Schätzungen zufolge bei 326 Millionen Franken zu liegen kommen (H1 2025: 323 Millionen Franken). Derweil wird der Ebit gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 3 Millionen auf 299 Millionen Franken gestiegen sein. Eine positive Entwicklung sehen die Analysten bei der Marge. Sie dürfte sich von 29,0 auf 30,4 Prozent vergrössert haben.
Für 2026 stellt die Ems einen währungsbedingt tieferen Umsatz in Aussicht. Der Betriebsgewinn Ebit werde aber leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen. An dieser Aussage wird das Management festhalten, so die einhellige Meinung.
Was steht im Fokus?
Analysten interessieren sich in erster Linie dafür, wie die vom Ems-Chemie abgesetzten Volumen im zweiten Quartal entwickelt haben. Denn der für das Unternehmen wichtige Automobilmarkt, er steht für rund 60 Prozent des Umsatzes, kommt in einer globalen Betrachtung noch nicht so richtig auf die Beine.
Dank eines stark spezialisierten Portfolios bleibt Ems weitgehend von den Auswirkungen verschont. So kann das Unternehmen laufend Innovationen bei seinen Kunden unterbringen und so lukrative Neugeschäfte generieren. Dass der in Schweizer Franken ausgewiesene Umsatz tiefer ausfällt, gilt angesichts der Frankenstärke aber als ausgemacht - gut die Hälfte der Produktionsmengen wird in der Schweiz hergestellt.
Schmälern die Ölpreise nicht die Marge?
Die Ölpreise hatten nach Ausbruch des Krieges im Iran einen ungeahnten Höhenflug hingelegt; heute liegen sie trotz der Entspannung im Konflikt immer noch auf einem etwas erhöhten Niveau. Das auch die für die Ems relevanten Rohstoffe teurer werden lassen.
Doch das Unternehmen von CEO Magdalena Martullo-Blocher ist bekannt für seine Preissetzungsmacht. Höhere Inputkosten können also rasch an den Kunden weitergereicht werden. Analysten rechnen daher unisono mit einer höheren operativen Marge.
Wie steht es um die Aktie?
Die Titel von Ems-Chemie sind seit Anfang Jahr um gut ein Viertel gestiegen, während der am Swiss Performance Index (SPI) gemessene Gesamtmarkt einen Anstieg um rund 11 Prozent verzeichnet hat. Im Vorjahr verloren die Ems-Aktien gut 10 Prozent.
Gemäss AWP-Analyser empfehlen zwei Analysten den Titel zum Kauf. Sechs sagen «Halten», während zwei für «Verkaufen» sind.
(AWP)

