Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) stieg im ersten Quartal um neun Prozent auf ⁠4,45 Milliarden Euro, wie der Pharma- und Agrarkonzern am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 3,93 Milliarden Euro gerechnet. ‌Der Umsatz sank um mehr als zwei Prozent auf 13,41 Milliarden ‌Euro, währungsbereinigt wuchs Bayer aber um gut vier ​Prozent. «Wir treiben die Umsetzung unserer Strategie weiter voran und sind fest entschlossen, unsere Ziele für das laufende Jahr zu erreichen», sagte Vorstandschef Bill Anderson.

Bayer-Aktien legten vorbörslich um mehr als zwei Prozent zu. Anderson steht unter wachsendem Druck von Investoren, die nach Erfolgen beim Konzernumbau nun spürbare finanzielle Fortschritte fordern. Zudem ‌dringen sie darauf, endlich einen Schlussstrich unter die Glyphosat-Klagewelle in den USA zu ziehen, die das Unternehmen seit Jahren schwer belastet. Ende April hatte sich der Oberste Gerichtshof der USA in einer Anhörung ​zu den milliardenschweren Glyphosat-Klagen gespalten gezeigt. Ein Urteil, das für Bayer einen Befreiungsschlag ​bedeuten könnte, wird bis Ende Juni erwartet.

Die Agrarsparte profitierte im ​ersten Quartal von der Beilegung eines Lizenzstreits mit dem US-Konkurrenten Corteva, die eine fast eine halbe Milliarde Euro zum Umsatz beitrug. ‌Ausserdem erholten sich die Preise beim Unkrautvernichter Dicamba in den USA. Das Ergebnis stieg um fast 18 Prozent. Im Pharmageschäft bekam Bayer dagegen die Patentabläufe von bisherigen Blockbuster-Medikamenten wie dem Gerinnungshemmer Xarelto und dem ​Augenmittel Eylea ​zu spüren. Umsätze mit den neueren Medikamenten wie ⁠dem Krebsmedikament Nubeqa und dem Nierenmittel Kerendia legten dagegen kräftig ​zu. Das Pharma-Ergebnis sank, vor ⁠allem auch wegen erhöhter Vertriebskosten, um 7,5 Prozent.

Den währungsbereinigten Ausblick für das laufende Jahr bekräftigte der ‌Leverkusener Konzern. Wegen veränderter Wechselkurse passte Bayer die Zielspannen auf unbereinigter Basis jedoch leicht nach oben an. Für 2026 rechnet das Management nun mit einem Umsatz von 44,5 ‌bis 46,5 (bisher: 44 bis 46) Milliarden Euro und einem Ergebnis vor Sondereinflüssen von ​9,4 bis 9,9 (bisher: 9,1 bis 9,6) Milliarden Euro. «Das ist nur eine Momentaufnahme», sagte Finanzchef Wolfgang Nickl. «Wir erwarten für den Rest des Jahres weitere Volatilität in der Entwicklung der Wechselkurse.» 

(Reuters)