Am Freitag bewegten sich die Aktien von Zurich Insurance weiter auf das Langzeithoch bei 625,20 Franken von Ende März 2025 und daher auf ein 15-Monats-Hoch zu.
Sie schlossen bei 614,20 Franken, nachdem sie sich im Handelsverlauf noch einmal um 0,26 Prozent verbessert hatten. Damit knüpften die Valoren der am Zürcher Mythenquai beheimateten Versicherungsgesellschaft an den über 12-prozentigen Anstieg seit Anfang Juni an. Damals bezahlte man für eine Zurich-Aktie rund 546 Franken.
Zum Vergleich: Der Swiss Market Index (SMI) rückte im gleichen Zeitraum - Anfang Juni bis vergangenen Freitag - um 7,7 Prozent auf 14'235 Punkte vor. Der Leitindex entwickelte sich also schwächer als die Titel von Zurich Insurance.
Zu diesen stellt sich nun die Frage, ob sie noch weiter steigen oder schon zu hoch geklettert sind. Am Montag stehen die Vorzeichen aufgrund des Wiederaufflammens des Kriegs im Nahen Osten schlecht. So stehen die Schweizer Blue Chips im vorbörslichen Handel bei der IG Bank 0,6 Prozent tiefer.
Eine auf die mittelfristige Sicht bezogene und klare Antwort hat derweil der zuständige Experte der Privatbank Berenberg, Michael Huttner. Sein Anlageurteil zu Zurich Insurance lautet «Buy». Das Preisziel von 902 Franken, das Huttner Mitte Juni gesetzt hatte, ist das höchste aller Kursziele am Markt. Aus ihm errechnet sich ein Gewinnpotenzial von knapp 47 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag.
Der Experte begründete seine positive Einschätzung unter anderem mit der Übernahme des britischen Spezialversicherers Beazley. Von dieser werde ein positiver Effekt auf den Gewinn je Aktie ausgehen, so der Analyst. Auch das Geschäftsmodell und die Bewertung des Versicherungskonzerns seien sehr attraktiv. Zudem verwies Huttner auf die starke Solvenzquote im ersten Quartal von 265 Prozent.
Die Anlageempfehlung und das Kursziel der Bank Berenberg für Zurich Insurance liegt nun allerdings deutlich über dem Konsens der von der Nachrichtenagentur erfassten Analysten. Dieser traut der Aktie lediglich 583,23 Franken zu, womit ein mittelfristiger Kursverlust von 5 Prozent gegenüber der Schlussnotierung vom Freitag impliziert ist. Zudem empfehlen neben dem Berenberg-Analysten nur zwei weitere Spezialisten die Zurich-Aktie zum Kauf. Acht sagen «Halten», sieben sind für «Verkaufen».
Der Analystenkonsens spricht beim momentanen Stand der Aktie für Umsicht und Zurückhaltung bei weiteren Investitionsentscheidungen - es sei denn, man erwirbt die Anteilsscheine des Versicherungsunternehmens primär aufgrund der Dividende. Diese lag für das Geschäftsjahr 2025 bei 30 Franken und ist über die letzten Jahre hinweg sukzessive gestiegen. Die Dividendenrendite beträgt gegenwärtig 4,8 Prozent - was ohnehin, aber gerade aufgrund der starken Kursentwicklung in jüngster Zeit als attraktiv erscheint.
Derweil werden die Aktien von Zurich spätestens am 6. August neue Impulse in die eine oder andere Richtung erhalten. Dann stellt das Management um Gruppen-CEO Mario Greco die Halbjahresergebnisse 2026 vor.

