Die provisorischen Steuerrechnungen für 2026 tröpfeln dieser Tage nach und nach in den Haushalten in der Schweiz ein. Traditionell laden die Steuerämter die Schuldner mit Vorzugs-Zinsen dazu ein, die Steuern vorzeitig zu begleichen. Doch dieses Lockmittel wurde bereits während der Negativzinsen der Nationalbank 2015 bis 2022 immer unattraktiver. Und im Juni 2025 senkte die Nationalbank den Leitzins wieder auf 0,00 Prozent.

Obwohl die Vorzugs-Zinsen der Steuerämter damit erneut gelitten haben, übertreffen sie in vielen Fällen noch immer die Zinsen auf den gewöhnlichen Sparkonten. Denn diese sind in vielen Fällen nahe null Prozent. Wer also die Mittel hat, die Steuerrechnung frühzeitig zu begleichen, kann in gewissen Kantonen noch immer mehr herausholen als auf dem Sparkonto.

cash.ch hat bei den einzelnen Kantonen nachgefragt, ob und wie hoch sie eine vorzeitige Bezahlung mit Vorzugszinsen vergüten - und wie hoch allfällige Verzugszinsen sind.

Vorzugzinsen 2026: Zug bleibt einsame Spitze

Der Kanton Zug zahlt mit 2,00 Prozent mit Abstand den höchsten Vorzugszins, und das bereits seit 2024 unverändert. Auf den weiteren Plätzen folgen Appenzell Ausserrhoden und Glarus, die stabil bei 1,00 Prozent geblieben sind. Am anderen Ende der Skala stehen Kantone wie Neuenburg, Solothurn, Jura und Luzern, die für 2026 gar keinen Vorzugszins mehr gewähren. Bei Luzern entspricht das einem Rückgang um 0,75 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Das ist die grösste Einzelveränderung unter den Kantonen.

Deutliche Rückgänge verzeichnen auch Aargau, Bern, Basel-Stadt und St. Gallen (je minus 0,50 Prozentpunkte), während Genf seinen Satz um 0,40 Prozentpunkte auf noch 0,10 Prozent gesenkt hat. In Zürich, dem bevölkerungsreichsten Kanton der Schweiz, erhält man einen Zins von noch 0,75 Prozent. Im Jahr vorher waren es 1 Prozent.

Tabelle: Zinsen auf vorzeitige Zahlung der Staats- und Bundessteuern:

Kanton 2024 (in %) 2025 (in %) 2026 (in %) Veränderung 25-26 (in %-Punkten)
AG 0,75 0,75 0,25 -0,5
AR 1 1 1 0
AI 1 1 1 0
BL 0,8 0,2 0,1 -0,1
BS 1 1 0,5 -0,5
BE 0,75 0,75 0,25 -0,5
FR 0,25 0,25 0 -0,25
GE 0,5 0,5 0,1 -0,4
GL 1 1 1 0
GR 0,75 0,25 0,25 0
JU 0,75 0,25 0 -0,25
LU 1,25 0,75 0 -0,75
NE 0 0 0 0
NW 1 0,5 0 -0,5
OW 1,1 0,5 0,5 0
SH 1 1 1 0
SZ 0,75 0,5 0,5 0
SO 0 0 0 0
SG 1 0,75 0,25 -0,5
TI 0,1 0,1 0,1 0
TG 1 1 1 0
UR 1 0,5 0,25 -0,25
VD 0,325 0,3 nicht bekannt nicht bekannt
VS 0 0,25 0,25 0
ZG 2 2 2 0
ZH 1 1 0,75 -0,25
Direkte Bundessteuer 1,25 0,75 0 -0,75

Quelle: moneyland.ch, Angaben gemäss Bund und der Kantone, zusammengestellt von cash.ch

Auch bei der direkten Bundessteuer lohnt es sich, genau hinzusehen. Hier lohnt sich eine vorzeitige Zahlung ab 2026 nicht mehr. Denn das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) hat entschieden, den Vorauszahlungszins vollständig abzuschaffen. Während vor drei Jahren in vielen Kantonen Zinsen auf Vorauszahlungen von bis zu 1,25 Prozent gewährt wurden, waren es 2025 noch 0,75 Prozent. Seit Anfang des Jahres gilt nun 0,00 Prozent.

Gleichzeitig senkt der Bund per 1. Januar 2026 den Vergütungszins (für Rückerstattungen an Steuerpflichtige) sowie den Verzugszins (für verspätete Zahlungen) von je 4,50 auf 4,00 Prozent.

Neuenburg bestraft Säumige am stärksten

Wer die Steuerrechnung zu spät begleicht, wird mit Verzugszinsen belastet. Auch diese variieren je nach Kanton erheblich. Am höchsten liegt Neuenburg mit 8,00 Prozent - eine Konstante seit Jahren.

Auffällig ist der Kanton Genf: Der Kanton erhöhte seinen Verzugszins um 1,00 Prozentpunkt auf 4,00 Prozent, das ist die grösste Steigerung unter allen Kantonen. Auch Appenzell Ausserrhoden erhöhte leicht, um 0,25 Prozentpunkte auf 5,00 Prozent.

Zudem haben Bern, Luzern, Nidwalden und Basel-Landschaft ihre Verzugszinsen um je 0,50 Prozentpunkte gesenkt. Mehrere grosse Kantone wie Zürich, Zug, St. Gallen oder Graubünden haben ihren Satz stabil gehalten. 

Tabelle: Verzugszinsen für verspätete Zahlung der Staats- und Bundessteuer

Kanton 2024 (in %) 2025 (in %) 2026 (in %) Veränderung 25-26 (in %-Punkten)
AG 5 5 4,5 -0,5
AR 4,75 4,75 5 0,25
AI 4,5 4,5 4,5 0
BL 4,75 5,5 5 -0,5
BS 3,5 3,5 3,5 0
BE 4 4,5 4 -0,5
FR 3,75 3,75 4 0,25
GE 3 3 4 1
GL 4,5 4,5 4,5 0
GR 4 4 4 0
JU 5 5 5 0
LU 4,75 4,5 4 -0,5
NE 8 8 8 0
NW 4,75 4,5 4 -0,5
OW 5 5 5 0
SH 5 5 5 0
SZ 3,5 3,5 3,5 0
SO 3,5 3,5 3,5 0
SG 4 4 4 0
TI 3,5 3,5 3,5 0
TG 4 3,5 3,5 0
UR 4,5 4 4 0
VD 4,75 4,5 nicht bekannt nicht bekannt
VS 3,5 3,75 3,75 0
ZG 4 4 4 0
ZH 4,75 4,5 4,5 0
Direkte Bundessteuer 4,75 4,5 4 -0,5

Quelle: Angaben gemäss Bund und den Kantonen zusammengestellt von cash.ch

Wer seinen Steuerbetrag kennt und flüssige Mittel hat, sollte also prüfen, ob sich eine Vorauszahlung lohnt - insbesondere in Kantonen mit noch attraktiven Sätzen. Im aktuellen Tiefzinsumfeld bei Banken kann auch 0,50 Prozent ein Argument sein. Bei der direkten Bundessteuer hingegen fällt mit 0,00 Prozent der Anreiz fürs Vorauszahlen ganz weg. 

Der scheinbare Trick, vorab möglichst hohe Beträge einzuzahlen, um von den Kantonen eine Zinsgutschrift einzuheimsen, lohnt sich übrigens nicht. Die Steuerämter sind angewiesen, unangemessen hohe Beträge zurückzuweisen.

Monique Misteli Ringier
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