Die Valoren von Novartis ziehen im frühen Handel am Dienstag um 2,3 Prozent auf 130,38 Franken an, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index (SMI) unverändert notiert. Damit notieren die Valoren des Basler Pharmakonzerns knapp ein Prozent unter dem Allzeithoch von 131,32 Franken. Seit Anfang des Jahres hat der Titel 18 Prozent hinzugewonnen. 

Während vor Monatsfrist noch Misserfolge in der Forschungspipeline zu kurzfristigen Kursschlägen führten, scheinen sich dem am Dienstag vorgelegten Quartalsabschluss die Sorgen zu verflüchtigen. Im dritten Quartal setzte Novartis gemäss Pressemitteilung 14,5 Milliarden US-Dollar um. Das sind 4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings übertraf Novartis die Konsensschätzungen nicht nur beim Umsatz. Der bereinigte Kern-Betriebsgewinn von 6,0 Milliarden Franken gegenüber dem Vorjahreswert übertraf die Erwartungen von 5,6 Milliarden Franken.

Für das Gesamtjahr passt Novartis die bisherige Gewinn-Zielsetzung an. So wird für den operativen Kerngewinn neu ein stabiles Ergebnis bis zu einem leichten Anstieg erwartet. Hier hatte Novartis bisher einen Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich prognostiziert. Das Umsatzwachstum zu konstanten Wechselkursen sieht das Management weiter im niedrigen einstelligen Prozentbereich. 

Urban Fritsche, Analyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB), spricht entsprechend von einem Sollergebnis. Für eine Hochstufung von «Marktgewichten» auf «Übergewichten» reichen die Zahlen allerdings nicht. «Das Damoklesschwert der Patentabläufe für Cosentyx 2029, Kisqali 2031 und Kesimpta 2031 - das entspricht fast 40 Prozent der Umsätze im Geschäftsjahr 2029 - wird noch länger über der Aktie schweben, verstärkt durch die verschiedenen klinischen Fehlversuche im September», so der ZKB‑Experte.

Der Vontobel-Experte Stefan Schneider traut den Valoren vorerst kein weiteres Potenzial zu. Er stuft die Aktien mit «Hold» und einem Kursziel von 125 Franken ein. Die Rentabilitätstreiber im Quartal waren ein stärker als erwarteter Umsatz, aber auch Produktivitätsverbesserungen. Zudem verzeichnete das Pharmaunternehmen eine stärker als erwartete Position «sonstige Erträge». Trotz der guten Ergebnisse stellt Schneider von Vontobel fest, dass der Umsatz hauptsächlich auf die überdurchschnittliche Performance älterer Produkte zurückzuführen sei, während neuere Medikamente Schwierigkeiten hatten, die Erwartungen zu erfüllen.

Etwas optimistischer sieht der JPMorgan-Analyst Richard Vosser den Investmentcase, der die Titel mit «Overweight» einstuft und eine überdurchschnittliche Wertentwicklung der Novartis-Valoren erwartet. Grund hierfür ist das starke Ergebnis pro Aktie (Core EPS) im dritten Quartal, das die Markterwartungen um 7 Prozent übertraf. Die Anhebung der Gesamtjahresprognose impliziere eine Aufwärtskorrektur der Konsensschätzungen für das bereinigte Ergebnis pro Aktie (Core EPS) um 3 Prozent, so der Experte der US-Investmentbank.

Gemäss AWP-Analyser stufen sechs Analysten den Titel mit «Kaufen», dreizehn mit «Halten» und zwei mit «Verkaufen» ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 124,80 Franken. 

Thomas Daniel Marti
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