Der Zahlungsabwickler Stripe und der Finanzinvestor Advent International wollen Insidern zufolge PayPal übernehmen. Die beiden Unternehmen hätten Anfang ‌des ⁠Monats ein gemeinsames Angebot von 60,50 Dollar je Aktie vorgelegt, sagten zwei ⁠mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Dies entspricht einem Aufschlag von rund ‌28 Prozent auf den PayPal-Schlusskurs vom Dienstag.

Die ‌Offerte sei durch Finanzierungszusagen von ​Banken über etwa 50 Milliarden Dollar abgesichert, sagten die Insider. Stripe und Advent planten einen gemeinsamen Besitz zu gleichen Teilen. Eine erste Kontaktaufnahme habe es bereits Anfang April gegeben. Bislang hätten die Bieter jedoch keine ‌Antwort von PayPal erhalten. Sie strebten Gespräche mit PayPal in den nächsten Wochen an.

Advent wollte sich nicht dazu äussern. Von PayPal und Stripe war zunächst ​keine Stellungnahme zu erhalten. Nachbörslich legten die Valoren mehr als 30 Prozent zu. 

Der US-Konzern PayPal gehört zu ​den Pionieren bei digitalen Zahlungen, hat jedoch ​in den vergangenen Jahren angesichts der zunehmenden Konkurrenz durch Anbieter wie Apple Pay und ‌Google Pay massiv an Boden verloren. Der Börsenwert des Unternehmens, der 2021 in der Pandemie noch bei rund 360 Milliarden Dollar lag, fiel in ​diesem ​Jahr auf ein Tief von ⁠36 Milliarden Dollar.

Allein in den vergangenen zwölf ​Monaten büsste PayPal ⁠mehr als 40 Prozent seines Marktwerts ein. Um gegenzusteuern, hat der ‌im März angetretene Konzernchef Enrique Lores einen umfassenden Umbau eingeleitet. Im April teilte er das operative Geschäft in drei Einheiten auf, ‌darunter den Bezahldienst Venmo sowie den Bereich für Zahlungen ​und Kryptowährungen, um das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs zu bringen.

(Reuters)