Die unter einer Hitzewelle leidenden Südeuropäer greifen immer häufiger zu Klimaanlagen. Der Absatz von entsprechenden Produkten hat sich beim italienischen Elektronik-Einzelhändler Unieuro in der Woche bis 21. Juli mehr als verdoppelt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Die börsennotierte Firma zählt mehr als 500 Filialen. El Corte Inglés, eine der größten Kaufhausketten Spaniens, verkaufte bis Mitte Juli bereits 15 Prozent mehr Einheiten als im Vorjahr bis Ende August.

"Ich habe vergangene Woche eine tragbare Klimaanlage gekauft, weil meine Familie verzweifelt war", sagte Angela Lonardo, als sie in einem Laden in der Innenstadt von Madrid stöberte. Nachdem sie bereits 320 Euro für ein Gerät für ihr Wohnzimmer ausgegeben hatte, begab sie sich auf die Suche nach einer zweiten Klimaanlage für das Schlafzimmer. "Wir wollen in den Nächten nicht mehr am heißen Sommer leiden müssen."

Der Anstieg der Strompreise im vergangenen Jahr nach Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine habe noch viele Menschen davon abgehalten haben, in fest installierte Klimaanlagen zu investieren, so die spanische Verbraucherorganisation OCU. Aber die erneute Hitzewellen veranlasse nun viele Verbraucher, den Einbau solcher Geräte vorzunehmen oder zumindest darüber nachzudenken.

Viele Spanier entscheiden sich aber für eine einfachere und billigere Lösung: Ein Deckenventilator zum Preis von 139,95 Euro gehört zu den zehn meistverkauften Artikeln in der Kategorie Haushaltswaren auf der Website von Amazon Spanien, während in Italien eine mobile Klimaanlage für 319 Euro den 17. Platz in dieser Kategorie einnimmt. Auch kleinere Geräte wie Handventilatoren oder um den Hals getragene Ventilatoren werden zu Tausenden gekauft. Selbst an die Vierbeiner wird gedacht: Nach Angaben von El Corte Inglés zählen Kühlmatten für Hunde und Katzen diesen Monat zu den meistverkauften Artikeln in den Geschäften.

Eine Hitzewelle hat Südeuropa inmitten der touristischen Hochsaison im Sommer im Griff. Rekorde werden gebrochen, und Warnungen vor einem erhöhten Sterberisiko werden laut. Es wird erwartet, dass in Spanien in diesem Sommer überdurchschnittliche Temperaturen herrschen werden, nachdem das Land bereits im Juni und Juli von zwei Hitzewellen heimgesucht wurde.

Unternehmen investieren deshalb ebenfalls in die Klimatisierung. Amazon Business, wo Unternehmen bestellen können, verzeichnete diesen Monat im Vergleich zum Juli vergangenen Jahres einen Anstieg der Verkäufe von tragbaren Klimaanlagen in Spanien, Italien und Frankreich um mehr als 20 Prozent.

(Reuters)