Südkorea kann die Verlegung von US-Raketenabwehrsystemen aus dem Land nicht stoppen. Dies räumte Präsident Lee ‌Jae ⁠Myung am Dienstag ein, nachdem Berichte über eine mögliche Verlegung ⁠von Patriot-Systemen in den Nahen Osten bekannt wurden. «Es scheint jüngst Kontroversen ‌darüber zu geben, dass die US-Streitkräfte in ‌Korea einige Waffen wie Artilleriebatterien ​und Luftabwehrwaffen aus dem Land verschiffen», sagte Lee bei einer Kabinettssitzung. Seoul habe zwar seinen Widerstand zum Ausdruck gebracht, sei aber nicht in der Position, Forderungen zu stellen.

Die Verlegung ‌einiger US-Waffen behindere nicht die Abschreckungsstrategie gegenüber Nordkorea, betonte Lee. Er verwies darauf, dass Südkoreas Verteidigungsausgaben und konventionelle Fähigkeiten die Nordkoreas bei ​weitem überträfen. Aussenminister Cho Hyun hatte am ​Freitag erklärt, die Streitkräfte beider Länder ​diskutierten über die mögliche Verlegung einiger in Südkorea stationierter Patriot-Systeme für den Einsatz ‌im Nahost-Konflikt. Lokale Medien berichteten, die Batterien seien vom Luftwaffenstützpunkt Osan verschifft worden und würden wahrscheinlich auf US-Militärbasen in Saudi-Arabien und ​den ​Vereinigten Arabischen Emiraten verlegt.

US-amerikanische ⁠und israelische Streitkräfte greifen seit mehr ​als einer Woche strategische ⁠Ziele im Iran an. Trump erklärte, die Kampagne ziele ‌darauf ab, Irans Atomwaffen- und Raketenfähigkeiten zu zerstören. In Südkorea sind zur gemeinsamen Verteidigung gegen das atomar ‌bewaffnete Nordkorea etwa 28'500 US-Soldaten und Boden-Luft-Abwehrsysteme stationiert, ​darunter die Patriot-Raketenabwehrsysteme.

(Reuters)