Die Sulzer-Aktien stehen am Montagmorgen nach Bekanntgabe der Quartalszahlen an der Börse unter Druck. Der Titel verliert 2,52 Prozent auf 166 Franken und damit deutlich mehr als der Gesamtmarkt, der gemessen am SPI 0,54 Prozent auf 13'107,7 Punkte nachgibt.

Somit hat Sulzer kursmässig bereits einen bewegten Jahresauftakt hinter sich: Mitte Februar erreichte der Industriekonzern noch ein Allzeithoch von 179,40 Franken, bevor der Kriegsausbruch im Iran den Titel bis Anfang März auf 155 Franken zurückwarf.

Doch der jetzige Hauptgrund für den Kursrückgang dürfte der enttäuschende Auftragseingang im ersten Quartal 2026 sein: Mit 853 Millionen Franken lag dieser rund 16 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dabei schnitten alle drei Segmente schwächer ab als erwartet. Am deutlichsten traf es «Chemtech», wo die Bestellungen von 223 auf 148 Millionen Franken einbrachen, belastet durch Projektverzögerungen und eine hohe Vergleichsbasis aus dem Vorjahr. Auch «Flow Equipment» und «Services» mussten Rückgänge von rund 10 respektive gut 11 Prozent hinnehmen, wobei beide Segmente zusätzlich unter der geopolitischen Lage im Nahen Osten litten, die zu Verzögerungen im Wassergeschäft führte. Immerhin: Gegen Quartalsende habe sich die Dynamik in den meisten Regionen wieder aufgehellt, wie der Winterthurer Konzern am Montag mitteilte.

Trotz des schwachen Quartalsauftakts bestätigt Sulzer seinen Jahresausblick. Das Unternehmen erwartet für 2026 einen Auftragseingang in Lokalwährung zwischen plus 1 und plus 5 Prozent, ein Umsatzwachstum von plus 2 bis plus 5 Prozent sowie eine EBITDA-Marge von 16,5 Prozent. Die Erholung soll sich im zweiten Quartal abzeichnen und in der zweiten Jahreshälfte deutlicher werden.

Dennoch bleiben die Analysten vorsichtig. So hält Vontobel-Analyst Arben Hasanaj an seinem «Hold»-Rating mit einem Kursziel von 175 Franken fest. Er sieht zwar eine Verbesserung in Aussicht, mahnt aber: Sollte die Lage im Nahen Osten unsicher bleiben, könnte das die Zahlen der zweiten Jahreshälfte belasten.

Auch die ZKB stuft den Titel weiterhin «Marktgewichten» mit einem Kursziel von 170,30 Franken ein. Bei einem geschätzten KGV von rund 18 für 2026 sei Sulzer fair bewertet, schreibt der Analyst Yannik Ryf in einem Marktkommentar. Breiter gefasst empfehlen gemäss Bloomberg fünf von neun Analysten die Aktie zum Kauf, drei zum Halten und einer zum Verkaufen. Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei 188,80 Franken - ein Aufwärtspotenzial von über 13 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs.

(cash)