Zuvor hatte das Unternehmen überraschend die Ablösung des bisherigen CEO Frédéric Lalanne durch die VR-Präsidentin Suzanne Thoma angekündigt, welche gleichzeitig vom Verwaltungsrat mit einer umfassenden Überprüfung der Strategie beauftragt wurde. In Marktkreisen kommt die Strategieüberprüfung grundsätzlich gut an, während die Absetzung von Lalanne eine Überraschung darstellt.

Bis um 10 Uhr ziehen Sulzer um 3 Prozent auf 63,20 Franken an, die Aktie steht damit gut 15 Prozent höher als noch beim Jahrestief von Ende September. Der Gesamtmarkt (SPI) legt gleichzeitig 0,39 Prozent zu.

Das Ausscheiden von Frédéric Lalanne komme überraschend, heisst es in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank. Mit Thoma rücke jedoch eine erfahrene und bestens ausgewiesene Führungspersönlichkeit in der CEO-Rolle nach. Sie sei zudem als VR-Präsidentin mit Sulzer bestens vertraut.

Die ZKB geht davon aus, dass im Rahmen der Strategieüberprüfung die eingeschlagene und erfolgreiche Strategie mit dem Ausbau der Geschäftsfelder Wasserwirtschaft und nachhaltige Prozesstechnologie fortgesetzt wird. Die Bank wertet die Nachricht mit Blick auf den Aktienkurs insgesamt neutral, sieht den Titel mit einem Bewertungsabschlag von rund 30 Prozent zu den Konkurrenten aber als attraktiv bewertet.

Der Broker Stifel weist darauf hin, dass Thoma nun die dominante Rolle bei Sulzer einnehme, welche zuvor Greg Poux-Guillaume über Jahre inne gehabt habe; zumal der derzeitige Vize-Präsident Matthias Bichsel an der kommenden Generalversammlung zurücktrete. Stifel hofft, dass diese "suboptimale Struktur der Corporate Governance" so kurz wie möglich gehalten wird. Stifel bleibt für Sulzer bei der Einstufung "Buy", während die ZKB das Rating "Übergewichten" beibehält.

(AWP)