Die Inhaberaktien von Swatch notieren am Donnerstagvormittag knapp im Minus (-0,15 Prozent) und kosten somit 199,15 Franken. Damit befinden sie sich auf einem Niveau, welches die Aktie letztmals im April 2024 inne hatte. 

Für Schub sorgte im frühen Handel das erhöhte Kursziel von Octavian, so dass der Valor die Marke von 200 Franken übersprang und ein Tageshoch von 201,60 Franken erreichte. Der Analyst Serge Monnerat von Octavian setzt das Preisziel auf 232 Franken von zuvor 200 Franken und bleibt seiner Kaufempfehlung treu. 

Er habe seine Schätzungen aufgrund erneut stärkerer Währungsgegenwinde nach unten angepasst, schreibt der Octavian-Experte. Er sehe aber nach wie vor ein gutes Wertpotenzial bei Swatch. So liege der aktuelle Kurs unter dem für 2026 geschätzten Substanzwert von 228 je Aktie, in dem Immobilien, Rohstoffbestände und der Wert der Marken bereits vollständig eingerechnet seien.

Positiv wertet der Analyst zudem die Nominierung von Andreas Rickenbacher für den Verwaltungsrat. Diese stelle wohl einen ersten Schritt zur Erneuerung des Gremiums dar. Unter anderem ist er Präsident der Stiftung Switzerland Innovation und des CSEM (Schweizer Zentrum für Elektronik und Mikrotechnik), Vizepräsident des Verwaltungsrats der BKW und Mitglied des Verwaltungsrats der Aebi Schmidt Gruppe.

Vor einigen Tagen hatte sich der aktivistische Investor Steven Wood ebenfalls als Kandidat aufstellen lassen – zusammen mit einer Liste mit sieben Vorschlägen zur Anpassung der Statuten.  So sollen die Inhaberaktionäre neu unter anderem drei Vertreter in den Swatch-Verwaltungsrat wählen können. Wood argumentiert, dass Veränderungen notwendig seien, insbesondere um den Einfluss der Familie zu lockern.

Bereits im Mai wollte sich der US-Investor Wood als Vertreter der Inhaberaktionäre in den Verwaltungsrat wählen lassen, scheiterte aber am Widerstand der Gründerfamilie Hayek. Denn die Hayeks halten mit rund einem Viertel des Kapitals rund 43 Prozent der Stimmen über die Namenaktien.

Sicher ist: Ein Wechsel ist nötig. Die Swatch Group hatte Anfang Dezember angekündigt, den Generationenwechsel vorzubereiten. Im siebenköpfigen Gremium sind fünf Verwaltungsräte über 70 Jahre alt. Entscheiden wird sich die Lage an der nächsten Generalversammlung vom 12. Mai 2026.

(AWP/cash)