Swatch präsentiert in den nächsten Tagen die Jahreszahlen für 2025, das genaue Datum ist wie üblich nicht bekannt. 2024 waren die Verkäufe bereits deutlich gesunken und der Uhrenkonzern hatte einen heftigen Gewinneinbruch erlitten.

Für das Gesamtjahr 2025 rechnen die neun bei AWP erfassten Analysten mit einem Umsatz von 6,1 Milliarden Franken, was rund 6 Millionen unter dem Vorjahresergebnis läge. Dementsprechend wäre der EBIT bei rund 206 Millionen Franken und der Reingewinn dürfte sich auf 126 Millionen Franken belaufen - im Vorjahr waren es 219 Millionen Franken.

Die Dividende je Inhaber wird bei 3,05 Franken erwartet, also 1,45 Franken tiefer. Das organische Wachstum sehen die Experten 4,7 Prozent schrumpfen, was besser wäre als die Reduktion von 12,2 Prozent im 2024. 

Was steht im Fokus?

Der Bieler Uhrenkonzern litt im ersten Halbjahr 2025 weiterhin massiv unter der Konsumschwäche in China. Analysten rechnen in der Region Asien-Pazifik jedoch für das zweite Halbjahr allenfalls mit einer leichten Verbesserung. Kurzfristig dominiere bei der Swatch Group die Frage, wie stark sie von einer Verbesserung in China profitieren kann und inwieweit diese Erholung weitergeht, kommentiert ZKB-Analyst Patrik Schwendimann. Positive Kurstrigger wären ihm zufolge längerfristig Veränderungen beim Management und bei der Strategie.

Konkurrentin Richemont hatte derweil ein sehr erfolgreiches Weihnachtsquartal, und auch die allmähliche Erholung im Grossraum China aus dem Vorquartal bestätigte sich in ihren Umsatzzahlen, wie die Genfer vergangene Woche kommunizierten. Der Vorteil gegenüber Swatch ist bei den Genfern die starke Ausrichtung auf das gut laufende Schmuckgeschäft - angetrieben von Vorzeige-Marken wie Cartier.

Was der Swatch Group beim Ergebnis richtig weh tut, ist die fixkostenintensive Uhrenproduktion. Der Konzern verzichtet jeweils bewusst in schwierigen Zeiten darauf, Kapazitäten abzubauen oder qualifiziertes Personal zu entlassen. So sichere man die Talente angesichts des zyklischen Uhrengeschäfts für Zeiten des Aufschwungs, betont Swatch-CEO Nick Hayek regelmässig.

Wer ersetzt Hayek?

Einen Generationenwechsel hatte Hayek indes selbst jüngst in Spiel gebracht: Der Moment für seinen Rücktritt werde kommen, er werde «ja nicht jünger», sagte der 71-Jährige im Interview mit der «Schweiz am Wochenende» im Dezember. «Wenn mir morgen etwas passiert, gibt es kein Problem. Wir haben einen Plan.» Ob sein Neffe Marc, der vor zwei Jahren in den Verwaltungsrat gewählt wurde, irgendwann CEO wird, stehe noch nicht fest.

US-Investor Steven Wood, der über Greenwood Investors eigenen Angaben zufolge rund 0,5 Prozent des Swatch-Aktienkapitals hält, ist weiterhin an Veränderungen am Management und an der Strategie interessiert: Er plädiert seit längerem für einen mehrheitlich aus unabhängigen Mitgliedern zusammengesetzten Verwaltungsrat. An der nächsten GV im Mai will er eine Statutenänderung beantragen.

Worauf ist ausserdem zu achten?

Die Margen in der Luxusgüterbranche bleiben angesichts hoher Materialkosten unter Druck. Die Goldpreise etwa kennen seit mehreren Jahren nur noch die Richtung nach oben und erklimmen ein Allzeithoch nach dem nächsten.

Ein Damoklesschwert bleiben zudem die US-Zölle. Die Schweiz hatte sich mit den USA bei den Tarifen auf Schweizer Importe rückwirkend per 14. November 2025 auf maximal 15 Prozent geeinigt von zuvor 39 Prozent.

Ausgestanden sind die Zollsorgen damit aber nicht: Bis eine definitive Entscheidung über den «vollständigen und umfassenden Kauf Grönlands» erzielt wurde, könnte sich die Lage jederzeit ändern. Trump vermeldete am Donnerstag auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social zwar, es sei ein Rahmenabkommen zu einer zukünftigen Vereinbarung über die Insel ‌erzielt worden. Die weiteren Verhandlungen sollen Vizepräsident JD Vance, Aussenminister Marco Rubio und der Gesandte ⁠Steve Witkoff führen.

Dennoch müsse man nach dem «Hin und Her» der vergangenen Tage abwarten, was substanziell vereinbart worden sei, hiess es am Markt. In folge des Deals verzichte Trump auch die zuvor angekündigte Strafzölle gegen acht EU-Staaten.

Welche Ziele hat das Management ausgegeben?

Für das Gesamtjahr 2025 hatte der Uhrenkonzern zuletzt im März an der Bilanzmedienkonferenz eine substanzielle Verbesserung beim Umsatz, beim Betriebsgewinn und beim Cashflow in Aussicht gestellt. Bei der Publikation der Halbjahreszahlen hiess es zudem, Swatch rechne für das zweite Halbjahr mit einer leichten Verbesserung des Konsums in China. Erste positive Signale seien vor allem im Online-Handel und in der Reduzierung der Lager bei den Händlern sichtbar, hiess es Mitte Juli.

Was macht die Aktie?

Die Inhaberaktien von Swatch kosten aktuell 168,30 Franken. 2025 haben sie lediglich etwas mehr als 2 Prozent zugelegt, während der Gesamtmarkt gemessen am SPI fast 18 Prozent dazugewann. Im Hoch im März 2023 erreichten die Swatch-Titel noch Kursstände von über 340 Franken.

(AWP/cash)