Der Finanzkonzern steigerte die Einnahmen leicht und verdiente zumindest auf operativer Ebene mehr Geld. Zugleich wird die Dividende ein weiteres Mal angehoben. Das überzeugte die Anleger jedoch nicht vollends.
Den Betriebsgewinn steigerte Swiss Life im vergangenen Jahr laut Mitteilung vom Donnerstag um 2 Prozent auf 1,83 Milliarden Franken, während der Reingewinn bei 1,26 Milliarden verharrte. Unter dem Strich hatte unter anderem die höhere Steuerbelastung in Frankreich das Gewinnwachstum verhindert.
Profitables Versicherungsgeschäft
Operativ fiel die Versicherung positiv auf: Die Bruttoprämien legten um 3 Prozent auf 20,9 Milliarden Franken zu und das Versicherungsergebnis stieg, getragen vom höheren CSM-Beitrag, um 6 Prozent auf 1,10 Milliarden. Mit der Contractual Service Margin (CSM) werden künftige Gewinne in der Bilanz «gebunkert» und jährlich Teile davon ins Ergebnis überführt.
Wachstum verbuchte Swiss Life entgegen dem Markttrend im Heimmarkt mit Kunden der beruflichen Vorsorge. Neukunden, höhere Einzahlungen in die zweite Säule oder Firmen, die von der Konkurrenz zur Swiss Life wechselten, hätten dazu beigetragen, sagte Finanzchef Marco Gerussi an einer Medienkonferenz. Aber auch fondsgebundene Vorsorgeprodukte wurden rege verkauft.
Starker Vermögenszuwachs
In der zweiten Einnahmenquelle, dem Gebührengeschäft, wuchs die Swiss Life ebenfalls. Die Fee-Erträge nahmen um 4 Prozent auf 2,59 Milliarden Franken zu, allerdings ging das Fee-Ergebnis leicht auf 858 Millionen zurück. Der Grund waren tiefere Einnahmen aus dem Geschäft mit Immobilienprojekten, die im Vorjahr sehr hoch ausgefallen waren.
Von dem über die Jahre stark ausgebauten Fee-Geschäft mit Finanzberatungen, Vermögensverwaltung oder dem Verkauf von Vorsorgeprodukten verspricht sich die Swiss Life allerdings weiterhin sehr viel. Bis 2027 soll der Ergebnisbeitrag daraus auf über eine Milliarde Franken anwachsen.
Ein Treiber dazu ist die Vermögensverwaltung für Drittkunden, wie für Pensionskassen. Dieser sind im letzten Jahr hohe Summen an Neugeldern (18 Milliarden) zugeflossen, wovon knapp zwei Drittel für neue Anleihen- und Aktienindexprodukte. Aber auch in Immobilien werde von den Kunden nach wie vor viel Geld investiert, sagte Konzernchef Matthias Aellig.
Mit Strategie «gut auf Kurs»
Aellig sieht den Konzern mit den im Programm «Swiss Life 2027» gesetzten Zielen «gut auf Kurs». Die Eigenkapitalrendite steht mit 17,2 Prozent im angepeilten Zielband von 17 bis 19 Prozent und der Cash-Transfer von 1,22 Milliarden Franken (Ziel kumuliert über drei Jahre 3,6-3,8 Milliarden) liegt ebenfalls im Soll.
Zudem bleibe Swiss Life gemessen an der Kapitalquote (SST) von rund 210 Prozent solide kapitalisiert, hiess es weiter. Das erlaubt es, den Aktionärinnen und Aktionären eine weitere Dividendenerhöhung auf 36,50 Franken je Aktie von 35 Franken im letzten Jahr vorzuschlagen.
Einige Anleger hatten auf eine grosszügigere Ausschüttung gehofft. Das sehen Händler als einen Grund für die klaren Verluste an der Börse. Zugleich seien die Titel trotz Abgaben in diesem Jahr nach wie vor hoch bewertet gewesen und so würden Gewinne ins Trockene gebracht, hiess es. Am frühen Nachmittag büsst die Aktie 3,3 Prozent auf 805,40 Franken ein.
(AWP)

