Der Rückversicherer Swiss Re hat im ersten Quartal 2026 einen höheren Gewinn erzielt als noch im gleichen Vorjahreszeitraum und damit die Erwartungen am Markt sehr deutlich übertroffen. Der Zürcher Finanzkonzern ist damit auch gut unterwegs zur Erreichung seiner Jahresziele.

Der Konzerngewinn für die ersten drei Monate lag mit 1,5 Milliarden Dollar um knapp 20 Prozent über dem Wert des gleichen Vorjahresquartals, wie Swiss Re am Donnerstag mitteilte. Der Versicherungsumsatz der Gruppe ging dagegen auf 10,0 Milliarden Dollar zurück nach 10,4 Milliarden im Vorjahr.

Die Ergebnisse des ersten Quartals zeigten die starke Ertragskraft des Rückversicherers, wird Swiss Re-CEO Andreas Berger in der Mitteilung zitiert. Das spiegelt auch die Massnahmen wider, die der Konzern in den vergangenen Jahren zur Stärkung seiner Geschäftsbereiche ergriffen hat.

In der wichtigsten Sparte Sach- und Haftpflichtrückversicherung (P&C Re) verbesserte sich der Schaden-Kosten-Satz im Startquartal auf 79,5 Prozent von 86,0 Prozent im Vorjahreszeitraum deutlich. Im Lebengeschäft (L&H Re) erzielte der Rückversicherer derweil in den ersten drei Monaten 2026 einen Gewinn von 491 Millionen Dollar im Vergleich zu 439 Millionen Dollar im Vorjahr.

Mit dem Quartalsresultat hat Swiss Re die Erwartungen der Analysten sehr deutlich übertroffen. Diese hatten den Quartalsgewinn im Schnitt (AWP-Konsens) auf 1,19 Milliarden Dollar geschätzt.

Swiss Re profitiert on geringer Katastrophenbelastung

Neben geringen Grossschäden habe Swiss Re in der Sach- und Haftpflichtrückversicherung (P&C Re) auch von einer «anhaltend disziplinierten» Zeichnung von Versicherungsverträgen und von soliden Kapitalerträgen profitiert, teilte der Zürcher Finanzkonzern am Donnerstag mit.

Der Schaden-Kosten-Satz von P&C Re verbesserte sich im ersten Quartal in der Folge sehr deutlich auf 79,5 Prozent gegenüber 86,0 Prozent im Jahr davor. Für das Gesamtjahr strebt die Geschäftseinheit einen Schaden-Kosten-Satz von «unter 85 Prozent» an.

Insgesamt beliefen sich die Forderungen aus Grossschäden infolge von Naturkatastrophen noch auf 133 Millionen Dollar. Stärkster Treiber war der Sturm Kristin, der im Januar in Portugal auf Land traf. Im Vorjahresquartal hatte Swiss Re noch Grossschäden von 570 Millionen Dollar verbucht, der grösste Teil war auf die verheerenden Waldbrände in Los Angeles entfallen.

Anhaltender Preisrückgang

Bei den Vertragserneuerung im April setzte sich der bereits im Januar beobachtete Preisrückgang fort. Die Sparte erneuerte Verträge mit einem Prämienvolumen von 2,3 Milliarden Dollar, wobei die Preise nominal um 2,5 Prozent tiefer ausfielen.

Gleichzeitig erhöhten sich die Schadenannahmen um 3,6 Prozent, so dass sich ein Nettopreisrückgang von 6,1 Prozent ergab. Die resultierende Portefeuillequalität stehe im Einklang mit den Finanzzielen der Gruppe für 2026, betont das Unternehmen.

Deutlich höher fiel auch der Gewinn bei der Lebensparte L&H Re aus, wo ein Anstieg um 12 Prozent auf 491 Millionen Dollar resultierte. Dies spiegle die Underwriting-Margen im Bestandesgeschäft der Sparte wider, heisst es in der Mitteilung. Unterstützt wurde die Entwicklung durch eine «günstige Sterblichkeitsentwicklung» in den USA.

Profitieren konnte die Sparte auch von positiven Währungseffekten und höheren Beiträgen aus dem Langlebigkeitsgeschäft. Der Rückversicherer hatte im vergangenen Jahr das Portfolio der Sparte bereinigt und war dabei aus diversen Geschäften etwa in Australien, Israel und Südkorea ausgestiegen. Für das Gesamtjahr strebt die Sparte L&H Re weiter einen Gewinn von 1,7 Milliarden an nach 1,3 Milliarden im Jahr davor.

(AWP)