Der Rückversicherungskonzern Swiss Re hat mit seinen am Morgen vorgelegten Erstquartalszahlen die Erwartungen am Markt beim Reingewinn deutlich übertroffen, lag aber beim Umsatz unter den Erwartungen. Neben Gewinnmitnahmen dürften die schwache Erneuerungsrunde im April für den Rückgang verantwortlich sein.
Die Titel von Swiss Re verlieren um 09.40 Uhr in einem leicht festeren Gesamtmarkt 3,9 Prozent auf 123,40 Franken, das bisherige Tagestief liegt mit 122,05 Franken gar noch tiefer. Am Mittwoch hatten die Swiss Re-Titel in Erwartung eines guten Quartalsresultats noch um 2,9 Prozent zugelegt. Entsprechend ist im Markt unter anderem von «Sell the facts» die Rede.
Swiss Re hat den Gewinn in den ersten drei Monaten 2026 um fast einen Fünftel gesteigert, während Analysten einen leicht tieferen Gewinn erwartet hatten. Die Analystenkommentare sind entsprechend recht positiv.
Der Rückversicherer sei stark ins Jahr gestartet, heisst es etwa bei der Bank Vontobel. Der Konzern positioniere sich damit gut für den Rest des Jahres, wobei alle drei Geschäftsbereiche einen positiven Beitrag zum angestrebten Konzerngewinn geleistet hätten.
Auch die ZKB bewertet das Ergebnis sehr wohlwollend. Es zeige eine sehr vorteilhafte Gewinnentwicklung, die klar über den Erwartungen gelegen habe, heisst es dort. In den Nichtlebensgeschäften sei die Entwicklung getragen von einem nur geringen Grossschadenaufkommen, in der Lebensversicherung wirke sich auch eine vorteilhafte US-Sterblichkeit positiv aus.
Die Erwartungen seien vor allem dank deutlich tieferer Grossschäden aus Naturkatastrophen sehr klar übertroffen worden, schreiben auch die Experten der britischen Barclays in einem ersten Kommentar. Etwas enttäuscht zeigen sie sich allerdings von dem tiefer als erwartet ausgefallenen Versicherungsumsatz im Schaden- und Haftpflichtgeschäft.
Eine klare Abschwächung musste Swiss Re zudem bei den Vertragserneuerungen im April vermelden, womit sich der bereits im Januar beobachtete Trend zu tieferen Preisen noch beschleunigt hat. Einschliesslich gestiegener Schadenannahmen resultierte netto ein Preisrückgang von 6,1 Prozent. Die Experten von Barclays hatten den Preisrückgang lediglich bei etwa 5 bis 5,5 Prozent erwartet.
(AWP)

