Der Nettogewinn von Swiss Re kletterte um neun Prozent auf 2,83 Milliarden Dollar, wie der Rückversicherer am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten einer vom Unternehmen ermittelten Konsensschätzung zufolge mit 2,71 Milliarden Dollar weniger erwartet. Der Versicherungsumsatz lag dabei mit 20,26 Milliarden Dollar leicht unter den Schätzungen von 20,33 Milliarden Dollar.
In der wichtigsten Geschäftssparte, der Schaden- und Unfallversicherung, stieg das Ergebnis um 18 Prozent. Die Kostenschraube will Swiss Re weiter anziehen: Bisher sollten die Betriebskosten bis 2027 um 300 Millionen Dollar sinken, nun gilt bis 2028 ein Einsparziel von 500 Millionen Dollar. Finanzchef Anders Malmström sagte in einer Telefonkonferenz, dies werde nicht ohne Stellenabbau möglich sein. Der Fokus soll auf Abteilungen ohne direkten Kundenkontakt liegen, wobei Malmström nicht näher ausführte, welche Länder oder Bereiche primär betroffen sein würden. Das Unternehmen sei zudem auf einem guten Weg, die Finanzziele für 2026 zu erreichen.
Die Waldbrände, die sich in diesem Sommer in weiten Teilen Frankreichs und Spaniens ausbreiteten, seien keine grosse Belastung für den Rückversicherer. Momentan sei in diesen Regionen die Versicherungsdichte gering. «Wir müssen dafür sorgen, dass es dort einen besseren Schutz gibt», sagte Malmström. Im Juli hatte Swiss Re der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, dass derartige Naturkatastrophen die Nachfrage nach Versicherungen erhöhen dürften.
Im ersten Quartal hatte Swiss Re nach früheren Angaben Rückstellungen von rund 400 Millionen Dollar für mögliche Auswirkungen des Iran-Kriegs gebildet. Malmström sagte Reuters nun, diese seien seitdem weder aufgestockt noch gekürzt worden. Es sei noch zu früh, um über ihre Verwendung zu sprechen, da entsprechende Schadenforderungen voraussichtlich erst in den nächsten ein bis zwei Jahren eingehen würden. «Wir bewerten die Lage ständig neu», sagte der Finanzchef mit Blick auf die Rückstellungen.
(Reuters)

