Swisscom-CEO - Urs Schaeppi: «Verschmelzung von TV-Welt und Internet bietet uns Chancen»

Die Swisscom hat in einem gesättigten Markt Mühe, den Umsatz zu steigern. Wie der Telekom-Riese trotzdem weiter wachsen möchte, sagt CEO Urs Schaeppi im Video-Interview.
17.08.2017 14:53
Urs Schaeppi ist seit November 2013 CEO von Swisscom.
Bild: cash

Das Halbjahresresultat von Swisscom sieht auf den ersten Blick nicht schlecht aus. Der operative Gewinn wie auch der Reingewinn legten zu, letzterer gar um knapp 7 Prozent. Die Analysten waren sich im Vorfeld einig, dass die Swisscom für das erste Semester einen deutlich tieferen Gewinn ausweisen werde. Auch die italienische Tochtergesellschaft Fastweb entwickelt sich weiter solid. Doch auf den zweiten Blick zeigt sich: Die Swisscom hat unter anderem von Entschädigungen aus Rechtsverfahren profitiert.

Kommt hinzu, dass der grösste Schweizer Telekomanbieter  beim Umsatz nicht vom Fleck kommt. "Wir haben Marktsättigung und Preisdruck, was dazu führt, dass einige Geschäfte rückläufig sind", sagt CEO Urs Schaeppi im Video-Interview. Dazu gehören beispielsweise die Mobilfunkanschlüsse. Aber auch die stark sinkende Kundenzahl in der Festnetztelefonie drückt auf den Umsatz.

An der Börse wirft der Swisscom-Zahlenkranz kaum Wellen. In einem insgesamt verlustreichen Gesamtmarkt (SMI minus 0,7 Prozent) verliert die Swisscom-Aktie rund 0,2 Prozent. Seit Anfang Mai hat der Titel rund 10 Prozent zugelegt.

Gerade in der TV-Welt ist die Konkurrenz mit kompetitiv. Im kommenden Herbst startet zudem der neue Sportkanal MySports, und der internationale Grosskonzern Sky lanciert in der Schweiz ein Streaming-Angebot.

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Wachstumsmöglichkeiten sieht Swisscom-Chef Schaeppi dennoch im TV-Markt. Die Swisscom könne zumindest im Entertainmentgeschäft wachsen, sagt er im Video-Interview: "Die TV-Welt verschmilzt ja immer mehr mit dem Internet - und das bietet der Swisscom durchaus Chancen".

Das Aufholpotenzial des italienischen Marktes könnte Swisscom über ihr Tochterunternehmen Fastweb in die Karten spielen. Gerade im Bereich Internet ist dort noch nicht von einer Sättigung die Rede. "Wir müssen im Markt eine starke Leistung bringen, innovieren und unsere Netze ausbauen", beschreibt Schaeppi die Strategie in Italien.

Im Video-Interview sagt Urs Schaeppi auch, warum die Aufhebung der Roaminggebühren in der EU für Schweizerinnen und Schweizer offenbar kein Nachteil ist.

(cash/AWP)