Das Bruttoinlandsprodukt werde 2026 ‌voraussichtlich um ⁠9,64 Prozent höher ausfallen als ein Jahr zuvor, teilte die staatliche Statistikbehörde ⁠am Freitag in Taipeh mit. Grund sei die boomende Nachfrage nach KI-Technologien. Ein stärkeres Wachstum ‌wurde zuletzt 2010 mit 10,25 Prozent verzeichnet, als es ‌nach der weltweiten Finanzkrise zu ​einer Erholung kam. Die Behörde korrigierte ihre im Februar veröffentlichte Prognose von 7,71 Prozent deutlich nach oben.

Die starke Nachfrage nach KI hatte die taiwanische Wirtschaft bereits im vergangenen Jahr angetrieben. Sie wuchs um 8,76 Prozent und damit ‌so stark wie seit 15 Jahren nicht mehr. Die Behörde hob zudem ihre Wachstumsprognose für das erste Quartal 2026 auf 14,55 Prozent an. Dies ​wäre das höchste Quartalswachstum seit fast 48 Jahren. Die Insel ​nimmt eine Schlüsselrolle in der globalen KI-Lieferkette ​für Unternehmen wie Nvidia und Apple ein. An der Spitze dieser Entwicklung steht der weltgrösste ‌Chip-Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Co (TSMC).

Taiwan verfügt über ein vielfältiges Ökosystem, das für KI-Rechenzentren von entscheidender Bedeutung ist und KI-Serverhersteller sowie Anbieter von Gehäusen und Komponenten umfasst. Der ​US-Chipkonzern ​Nvidia hat in dieser Woche ⁠jährliche Investitionen von rund 150 Milliarden Dollar in ​Taiwan angekündigt. «Vor vier, fünf Jahren ⁠gab Nvidia etwa zehn bis 15 Milliarden Dollar pro Jahr in ‌Taiwan aus. Jetzt geben wir 100, bald 150 Milliarden Dollar pro Jahr in Taiwan aus», sagte der Chef des fünf Billionen ‌Dollar schweren Chipkonzerns, Jensen Huang. Taiwan sei das Epizentrum ​der KI-Revolution. Über wie viele Jahre das Unternehmen den Betrag investieren will, sagte er nicht.

(Reuters)